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Mit dem Wohnmobil in Skandinavien im Sommer 2011 - Teil 3 von 16

18.06. bis 21.06.2011 Nord-Norwegen - der Osten: Von Kirkenes an die russische Grenze und zurück 124 km

Wale beobachten (Whale Watching) vom Wohnmobil-Stellplatz an der Barentssee in Grense Jakobselv

Die Gesamtübersicht unserer Touren mit den Links zu den einzelnen Teilen des Reiseberichts sowie Karten mit dem Reiseverlauf gibt es HIER!

Unseren Übernachtungsplatz in Kirkenes und die Tierarztpraxis wegen der Wurmkur für unsere Hündin habe ich ja schon am Ende der vorherigen Seite vorgestellt. Aufpassen muss man bei der Anfahrt zum Stellplatz, ...

... denn der Parkplatz liegt etwas erhöht zwischen Polizeistation und Kirche. Auf den rechten Parkplätzen, also dort wo unser Blauer steht, funktionert der Astra-Empfang. Auf den linken Plätzen versperrt die Kirche den Kontakt zum Satelliten. Mehr zum Thema Fernsehempfang in Nord-Skandinavien auf der vorherigen Seite.

Vom Terrassen-Parkplatz hat man einen freien Blick aufs Wasser. Noch vorm Frühstück nach der ersten Übernachtung hören wir Motorengeräusche und der Blick zeigt einen Tanker, der von zwei Schleppern aus dem Hafen rechts von uns gezogen wird und dann aus eigener Kraft den Fjord von Kirkenes verlässt - Schiffe gucken in Kirkenes.

Ca. 200 m hinter dem Parkplatz liegt die kleine Fußgängerzone. Hier wartet nach Tierarzt und Parkplatz unser drittes Ziel in Kirkenes auf uns: das Geschäft MobilData in der Doktor Wessels Gate 14. Hier kaufen wir eine Prepaid-Telenor-SIM-Karte für den mobilen Internetzugang. Kauf und Freischaltung durch die nette Verkäuferin Julie gelingen sofort und problemlos und so können wir während der Reise für 10 Kronen (ca. 1,35 Euro) pro Tag ins Internet, wenn wir keinen freien und kostenlosen WLAN-Zugang finden. Auf dem Stellplatz in Kirkenes steht ein solcher für Gäste zur Verfügung, ist allerdings ziemlich langsam. Mehr zu dem Thema auf unserer Seite Mobiles Internet bei unseren Wohnmobil-Reisen.

Übrigens: Das vorstehende Foto habe ich am Freitag um ca. 16:05 Uhr aufgenommen! Als wir MobilData verlassen folgt uns die Verkäuferin und schließt den Laden ab, es ist genau 16:00 Uhr. Ein Blick auf die Schilder mit den Öffnungszeiten der Läden zeigt: Sie schließen zwischen 15 Uhr und 16:30 Uhr!

"DER Schulz" und seine Frau Waltraud haben in ihrem WOMO-Führer Nord-Norwegen noch einen weiteren Tipp für einen Übernachtungsplatz "über den Dächern von Kirkenes" (Tour 14, Platz 241) und den zeigt das vorstehende Foto. Eine phantastische Aussicht auf den Bøkfjorden, der Kirkenes mit der Barentssee verbindet.

Bei unserer "Stellplatzinspektion" vor der Weiterfahrt nach Osten läuft gerade das Hurtigruten-Schiff "Lofoten" ein, das von hier oben beim Blick über Hafen, Industriegebiet und Krankenhaus (rechts im Bild) wie ein Fischerboot wirkt. Mit 85 m Länge ist es allerdings auch eins der kleinen aus der Hurtigruten-Flotte.

Nun also wollen wir zum östlichsten Punkt unserer Reise nach Grense Jakobselv. Nach wenigen Kilometern kommen wir am norwegisch-/ russischen Grenzübergang vorbei. Den lassen wir rechts liegen und wundern uns über die vereinzelten Häuser an der Straße 886 und gelegentliche Wegweiser nach rechts und links. Ob die Kinder von hier wohl nach Kirkenes zur Schule müssen?

Nein - ungefähr nach der Hälfte der Strecke zu unserem Ziel sehen wir diese Schule von Tånet direkt an der Durchgangstraße. Die Fahrbahn hier und weiter bis zum Meer ist in gutem Zustand, vorher die letzten Kilometer auf der E 105 bis zum Grenzübergang und ein dann folgender Teil der 886 waren ziemlich uneben, allerdings ohne Schlaglöcher.

Wir kommen an mehreren Seeen entlang, die Vegetation wird immer spärlicher ...

... und die Schneereste werden immer mehr.

Kurz bevor wir den Grenzfluss zu Russland erreichen gibt es einen Info-Punkt mit Informationstafeln. Die eine informiert über Verhaltensregeln hier im Grenzgebiet, die andere hier abgebildete über die Geschichte des kleinen Ortes Grense Jakobselv.

Wir fahren noch einige Kilometer über eine gute Piste am Fluss entlang und erreichen dann unseren "Wohnmobil-Stellplatz" an der Barentssee - im WOMO-Führer Platz 243.

Auf dem Foto nicht zu erkennen aber fast immer mit bloßem Auge sichtbar ist die Küste der Varanger-Halbinsel, von der uns noch ziemlich viel Schnee entgegenleuchtet. Trotz Felsenhügel im Hinterland findet unsere Sat.-Anlage auch hier den Astra-Satelliten. Aber wer will hier schon Fernsehen, von der Tagesschau mal abgesehn. Übrigens: Ein ausreichendes EDGE-Signal für den Internetzugang gibt es hier auch - sensationell!

Dieser Platz ist ja hervorragend geeignet zur Walbeobachtung! Einige Wochen vor dem Reisebeginn habe ich auf der visit-norway-Seite gelesen, dass man hier im Sommer Beluga-Wale sehen könne. Daran habe ich aber garnicht mehr gedacht, bis gut eine Stunde nach unserer Ankunft Gaby plötzlich schreit: "Ein Delfin, nein, ein Wal!).

Den ersten Wal habe ich zwar nicht gesehen, aber es bleibt nicht bei dem einen. Und obwohl sie nur ein- oder zweimal kurz auftauchen und dann lange Zeit unsichtbar bleiben gelingt der vorstehende Schnappschuss. Allerdings: Ist das ein Beluga-Wal? Sind die nicht heller und kleiner? Egal, auf jeden Fall sind die Tiere die wir sehen viel größer als die Delfine, die wir schon mehrmals vor Galiciens Küste beobachten konnten - Wale sind es also auf jeden Fall. Whale watching - kostenlos, ohne Seekrankheit wie auf den Beobachtungsschiffen, die von Andenes aus starten, super!

Je länger wir bleiben, um so mehr sehen wir: Einige Male taucht ein Robben-Kopf im Wasser vor den Felsen auf. Aber bis die Kamera schussbereit ist, sind sie wieder im Wasser verschwunden. Auf den Felsen rechts vom WOMO liegen die Schalen von See-Igeln und nach einiger Zeit sehen wir, wie sie dort hinkommen: Möwen lassen sie aus der Höhe fallen um sie so zu knacken und den Inhalt zu verzehren - Guten Appetit!

Natürlich ist der Platz mit dem freien Blick nach Norden auch hervorragend geeignet, um die Mitternachtssonne zu sehen. Aber da spielen uns mal wieder die Wolken einen Streich: In der ersten Nacht eine geschlossene Wolkendecke, in der zweiten nach dem sonnigen Nachmittag und Abend fast überall blauer Himmel - nur ausgerechnet im Norden ein dichtes Wolkenband. Um 23:56 Uhr MESZ müsste hier die Sonne am tiefsten stehen und ich drücke auf den Auslöser der Kamera - immerhin kann man erahnen, wie hoch sie jetzt noch über dem Horizont steht bevor es schon wieder aufwärts geht.

Am folgenden Tag strahlt die Sonne den ganzen Tag über vom blauen Himmel. Aber wie vom Wetterbericht angekündigt ziehen ab ca. 20 Uhr von Süden dunkle Wolken auf. Trotzdem wird auf 23:55 Uhr der Wecker gestellt ...

... und nun gibt es genau dort, wo in diesem Moment die Sonne an ihrem Tiefpunkt steht, eine Wolkenlücke - die Mitternachtssonne "in echt".

Wir bleiben hier drei Nächte und erforschen die nähere Umgebung zu Fuß.

Zunächst kommen wir an den kleinen Strand direkt neben dem Stellplatz, an dem gelegentlich Boote zu Wasser gelassen werden. Von Fotos im Internet hatten wir aber doch einen viel größeren Strand in Erinnerung.

Einmal über die Dünen und da ist er. Eine schöne geschwungene Bucht mit Sand und Wellen - aber schlechter Service ist das hier: Keine Strandkörbe und keine Strandbar! Am Samstag- und Sonntagnachmittag kommen etliche Norweger "mit Kind und Kegel", Picknickkörben und Campingmöbeln und lassen sich am Strand und auf den Felsen nieder. Bei 10° Höchsttemperatur im Schatten aber etwas Sonne am Strand wird hier die Sommersaison eröffnet - oder kommen die auch wenn es kälter ist hierher? Wir lassen uns von 4° Minimum in der Nacht (über Null) nicht abschrecken und bleiben auch am Sonntag hier.

Mehrmals kommen Soldaten über den Platz ...

... und hoch über uns wacht die norwegische Armee über die Grenze. Auf der anderen = russichen Seite der Flussmündung gibt es einen ähnlichen "Ausguck".

Ob in den Dünen oder "im Hinterland" - es blüht wohin man schaut.

Bei unserem Spaziergang zur Oskar II. - Kapelle fliegt bei 6° und kaltem Nordostwind sogar eine große Hummel an mir vorbei - damit hätte ich hier im hohem Norden wahrlich nicht gerechnet.

Für uns unverständlich: Am Samstag kommen im Laufe des Tages etwa 15 bis 20 Wohnmobile. Etwa die Hälfte der Besatzungen schaut aus dem WOMO aufs Meer und fährt wieder davon. Die andere Hälfte steigt kurz aus, macht Fotos und verlässt den Platz. Kaum jemand bleibt mehr als 5 Minuten und nachts sind wir abgesehen von einem französischen Womo allein. Solch ein absoluter Traumplatz, aber kaum jemand bleibt - habt Ihr Angst, die Russen kommen durch den Fluss und holen Euch??? Auch an den Folgetagen das gleiche Spiel wobei es nachts mit 4 Wohnmobilen etwas voller wird.

Apropos Russen: Die Hügel im Hintergrund liegen hinter dem Grenzfluss in Russland und gegenüber der alten Kirche steht die folgende Info-Tafel:

Die Kirche wurde statt Kanonenboot als Grenzschutz gegenüber Russland "installiert" - welch nachahmenswerte Idee!

Multikulti am Ende der Welt, so wie auf der Info-Tafel beschrieben dokumentiert auf dem Friedhof: Das evangelische Kreuz neben dem orthodoxen, lateinische neben kyrillischen Schriftzeichen, ...

... und zwei Namen auf einem Grabstein die vermuten lassen, dass hier schon vor vielen Jahren die Liebe die unterschiedlichen Nationalitäten zusammengebracht hat.

Bevor uns der angekündigte Regen die Erinnerung an diesen schönen Platz trübt verlassen wir ihn talaufwärts wieder an der Grenze entlang.

Wir machen noch zwei Fotostopps, um einen russischen Grenzpfahl und Wachturm ...

... sowie einige der schönen Häuser zu fotografieren, ...

... die hier direkt am Fluss vor der russischen Grenze stehen.

Ein fast menschenleerer Ort "am Ende der Welt", aber viel Interessantes zu sehen und zu entdecken!

Nach drei Nächten an der Barentssee fahren wir zurück nach Kirkenes für unseren ersten Einkauf in Norwegen. Bei der Gelegenheit sehen wir noch die Narzissenblüte zum Sommeranfang und die "Nordkapp" im Hafen von Kirkenes. Mehr dazu und zur Weiterfahrt über Bugøynes, Tana und die winterliche Varanger-Halbinsel nach Berlevåg an der Barentssee

hier im nächsten Teil dieses Reiseberichtes.

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