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Mit dem Wohnmobil in Skandinavien im Sommer 2011 - Teil 4 von 16

Nord-Norwegen: Von Kirkenes über die Varanger-Halbinsel nach Berlevåg an der Barentssee

Die Gesamtübersicht unserer Touren mit den Links zu den einzelnen Teilen des Reiseberichts sowie Karten mit dem Reiseverlauf gibt es HIER!

21.06. Kirkenes - Neiden - Varangerfjord Süd - Bugøynes 109 km

Nach den schönen Tagen im nordöstlichsten Winkel Norwegens geht es nun zunächst ein Stück nach Westen, bevor wir "Kurs Nord" nehmen um über die Varanger-Halbinsel das nördlichste Ziel unserer Reise, den Hafenort Berlevåg an der Barentssee zu erreichen.

Bevor wir Kirkenes verlassen sehen wir in einem Vorgarten noch die blühenden Narzissen - passend zum heutigen Sommeranfang!

Außerdem machen wir einen Abstecher zum Hurtigruten-Kai, wo die "Nordkapp" auf Passagiere in Richtung Bergen wartet.

Bei Neiden überqueren wir den Wasserfall Skoltefossen, den wir bereits bei der Einreise fotografiert hatten. Das war auch gut so, denn inzwischen hat der angekündigte Regen eingesetzt und ein so schönes Bild wäre nun nicht mehr möglich.

So müssen wir uns auch bei der Kirche von Neiden mit einem grauen Hintergrund begnügen.

1.042 Kilometer bis Narvik zeigt das Schild nach dem Wasserfall an der E 6. Das gilt wohl für die kürzeste Verbindung. Wir werden nach unser Planung mit allen Abstechern wohl bis dorthin etwa die 2 1/2-fache Kilometerzahl zurücklegen. Der erste Abstecher führt uns nach Bugøynes. Im strömenden Regen sehen wir nichts vom Varangerfjord, an dessen Südseite wir die 19 km lange Sackgasse zum Ort fahren, der am Ostzipfel einer Halbinsel im Varangerfjord liegt. Als wir ins Bett gehen hat der Regen zwar aufgehört aber dichte Wolken sind um und über uns. Kurz nach 1 Uhr werde ich wach und habe den Eindruck, da kämen Sonnenstrahlen durch die Ritzen unserer Verdunkelung. Tatsächlich, so ist es ...

... und ich sehe Bugøynes in der Morgensonne - um 1:15 Uhr! Kaum noch eine Wolke am Himmel - da haben wir wohl die Mitternachtssonne verschlafen? In Anbetracht dieses Ausblicks schlüpfe ich in die Sandalen, nehme die Kamera und laufe im Schlafanzug auf die Straße, um dieses und weitere Fotos zu machen. Zu dieser Zeit wird mich hier kein Mensch sehen, denke ich. Gerade bin ich zurück im Campingbus, als ein PKW die Straße entlang fährt - Glück gehabt! Was Fahrer oder Fahrerin wohl bei meinem Anblick "im Pölter" gedacht hätten?

Nach dem Frühstück haben wir Hochwasser - die Gezeitenunterschiede sind hier erheblich - und so ist von dem schönen Sandstrand von Bugøynes nur ein ganz schmaler Streifen zu sehen.

Eine stürmische Gegend scheint das hier zu sein: So wie dieses WC-Häuschen am Picknickplatz wird hier vieles abgesichert, vor allem viele Wohnwagen, die als Wochenend- oder Urlaubsdomizil in der Gegend stehen.

Hier am Straßenrand haben wir auf dem Picknickplatz oberhalb des Ortes übernachtet und genießen nun die tolle Fernsicht bis zur Südküste der Varanger-Halbinsel auf der anderen Seite des Fjords. Am Vortag waren wir nachmittags im strömenden Regen zwar zum offiziellen Wohnmobil-Stellplatz des Ortes gefahren, ...

... hatten aber nur Grasbüschel und Pfützen gesehen und deshalb Zweifel, ob wir dort wieder ohne fremde Hilfe rauskommen. Der Blick am nächsten Morgen zeigt: der Untergrund wäre fest genug gewesen. Die Gebühr von 50 NOK (mit Strom 100 NOK) ist im örtlichen Supermarkt "Nesse Handel" zu zahlen. Dort fahren wir jetzt hin, aber aus einem anderen Grund - dazu gleich mehr.

Zunächst fotografieren wir diesen alten Bootssteg, der neue Hafen liegt dieser Bucht gegenüber und dient vor allem der Anlandung von Königskrabben. Genau die wollen wir probieren und hier vor Ort sind sie günstiger als abgepackt und tiefgefroren im Coop-Supermarkt, wo 500 g in Kirkenes 139,90 NOK kosten sollten.

So gehen wir hier zum erstaunlich großen Supermarkt "Nesse Handel" (am rechten Bildrand), wo es die in Salzwasser gekochten Beine aus eigener Verarbeitung gibt. Vorher werfen wir noch einen Blick über den Zaun dieses Hauses ...

... wo wir im Vorgarten die Tulpen in voller Blüte entdecken.

22.06.2011 Bugøynes - Tana - Varanger-Halbinsel - Kongsfjord - Berlevåg 212 km

Einerseits lädt das Wetter zum Verweilen in diesem hübschen Ort ein, den wir ohne die Empfehlung im WOMO-Führer Nord-Norwegen wohl nie gesehen hätten. Andererseits reizt uns die gute Sicht aber auch zur Fahrt quer über die Varanger-Halbinsel ans Meer. Wir entscheiden uns für die 2. Variante was goldrichtig war, wie die folgenden Fotos zeigen. Zunächst geht es die 19 km zurück bis zur E6 und auf dieser weiter bis Tana bru.

Hier strebt der Fluss Tana in einem breiten Tal mit riesigen Sandbänken der Barentssee entgegen. Grüne Wiesen und üppige Wälder säumen das Tal auf dem Weg nach Norden.

Im Hintergrund wird aber schon mehr Weiß als Grün sichtbar, ...

... leider aber auch mehr dunkelgrau am Himmel. Die Straße nach Batsfjord und Berlevag führt nach rechts in ein Seitental. Wir fahren etwa 100 Höhenmeter aufwärts und glauben, in einer anderen Welt zu sein. Nach einer kurzen Phase mit winzigen dürren Birken ist es vorbei mit Bäumen und Sträuchern und man könnte meinen, ...

... die Enterprise hätte uns ins Hochgebirge gebeamt. Der Höhenmesser im Navi zeigt es und auf dem "Pass" ...

... auch dieses Schild: Ganze 326 m über NN haben wir hier am höchsten Punkt der Straße auf dem Kongsfjordfjellet erreicht.

Wir erfreuen uns am Anblick dieser Landschaft bei den höchsten Temperaturen seit etwa einer Woche und an der in Richung Norden abnehmenden Wolkendichte. Auf der hervorragend ausgebauten Straße - die Beste, die wir seit dem Erreichen Norwegens befahren haben - geht es allmählich wieder abwärts, der Schnee wird weniger und das Weiß ...

... kommt hier nicht vom Eis sondern von den Schwänen! Schwäne, hier hoch oben im Norden am Eismeer - welche Überraschung!

Durch das Kongsfjordtal führt die Straße hinab und hier blicken wir von oben auf den Kongsfjord als Arm der Barentssee.

Als nächstes folgt der winzige Ort Kongsfjord, ca. 30 km vor Berlevåg. Ab hier führt die "Eismeerstraße" nun direkt an der Küste der Barentssee entlang, ...

... mal in die Felsnasen gesprengt, ...

... mal durch etwas flachere Felsausläufer direkt am Meer. Diese Straße gehört zu den schönsten, die wir je befahren haben! Die Freude wird natürlich noch durch das Wetter verstärkt, da die Wolken bisher nicht den Weg an die Küste gefunden haben.

Auf dem Weg nach Berlevåg führt eine Bucht weit landeinwärts. Es ist der Sandfjorden mit einem Sandstrand, ...

... der 2.000 Kilometer weiter südlich jetzt wohl voller Menschen wäre.

Her sind aber keine Menschen sondern nur Möwen an der Küste mit dem Leuchtturm "Kjælnes Fyr" im Hintergrund. Nun sind Möwen und Leuchttürme am Meer ja keine Besonderheit der Barentssee.

Rentiere vor schäumender Brandung und Leuchtturm haben wir bei unseren zahlreichen Aufenthalten an den Meeren zwischen Nordsee und Patagonien aber noch nie gesehen.

Kurz vor der Ankunft auf dem Campingplatz von Berlevåg wird uns noch die farbliche Vielfalt der Rentiere präsentiert. Nach diesem abwechslungsreichen Tag haben wir uns ein ganz besonderes Abendessen verdient:

die in Bugøynes gekauften Krabbenbeine. Da sie bereits in Salzwasser gekocht wurden, kann man sie so wie sie aus der Packung kommen kalt essen, was wir auch mit Genuss probieren. Der größte Teil wird aber von Gaby in Butter und Kräutersalz erwärmt und mit Beilagen als köstliche warme Mahlzeit gereicht.

Was für ein Super-Tag in der Arktis, denn dazu gehört laut Unterlagen der Tourist-Info dieser nördlichste Teil Norwegens nur wenige Breiten-Minuten südlich des offiziellen Nordkapps.

Bilder vom "Treffen" der Hurtigruten-Schiffe Nordnorge und Polarys vor unserem Wohnmobil am Kai von Berlevåg und weitere Eindrücke aus diesem kleinen Ort an der Barentssee gibt es

hier im nächsten Teil dieses Reiseberichtes.

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