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Mit dem Wohnmobil in Skandinavien im Sommer 2011 - Teil 8 von 16

Nord-Norwegen - Von Alta vorbei am Gletscher Øksfjordjøkulen bis Tromsö / Camping Skittenelv

Die Gesamtübersicht unserer Touren mit den Links zu den einzelnen Teilen des Reiseberichts sowie Karten mit dem Reiseverlauf gibt es HIER!

01.07.2011 Leirbotn - Alta (Felszeichnungen, Museum) - Øksfjord - Sopnes 203 km

Von unserem schönen und ruhigen Übernachtungsplatz in Leirbotn am Alta-Fjord (siehe vorherige Seite unseres Reiseberichtes) fahren wir zum Alta-Museum. Ein kurzer und ein längerer Weg führen durch das Außengelände oberhalb des Alta-Fjordes an den 2.000 bis 6.000 Jahre alten Felszeichnungen vorbei. Wenn Schnee liegt sind sie folglich nicht sichtbar und bei Regen ist auf entsprechende Kleidung zu achten.

Die Zeichnungen können im Fels nur schlecht erkannt werden, ...

... deshalb wurden viele Figuren vom Museum farblich ausgemalt.

Am Eingang erhält man ein 36seitiges Heft, in dem in deutscher Sprache ...

... Beschreibungen und Hintergrundinformationen zu den Abbildungen gegeben werden.

Im Gebäude des Museums gibt es Ausstellungen zu 8 verschiedenen Themen, unter anderem Werkzeuge, mit denen die Felszeichnungen geschaffen wurden.

Außerdem gibt es Informationen über die vorchristliche Religion der Samen, ...

... sowie ihr Leben im Binnenland ...

... und an der Küste.

Eine separate Abteilung beschäftigt sich mit dem Angeln. Uns überrascht dieses Foto mit der Information über einen 24,3 kg schweren Lachs, der 2008 gefangen wurde.

Die 8. Abteilung des Alta-Museums informiert über das Nordlicht.

Wie so oft im Tagesverlauf dieser Reise verschwinden gegen Mittag die Wolken und bei viel blauem Himmel fahren wir auf der E 6 westwärts mit dem Tagesziel Øksfjord. Wenn wir solch ein Rentier direkt vor einer Straßenkuppe sehen wird uns doch etwas mulmig!

Mulmig wird uns auch bei der Fahrt nach Øksfjord und am geplanten Ziel, dem Platz 188 nördlich des Ortes: "Dort ist der Blick gewaltig; frei aufs offene Meer direkt nach Norden." (WOMO-Führer Mit dem Wohnmobil nach Nord-Norwegen). Die erste Mulmigkeit stellt sich bei der Fahrt durch den spärlich beleuchteten Tunnel ein, 4252 m Einbahnstraße ohne Ampelregelung. Stattdessen gibt es Ausweichstellen, die man erst kurz vorher erkennt. Mal tropft es aus den nackten Felsen des Tunnels, mal kommen richtige fließende Rinnsale von oben. Nach dieser bestandenen Mutprobe erreichen wir den schön an Hang und Fjord geschmiegten Ort, der auch von der Hurtigroute und vier verschiedenen Fährlinien angefahren wird.

Wir ziehen Kronen mit der VISA-Karte aus einem Geldautomaten (siehe unsere Seite mit Informationen zu Bargeldversorgung, Preisen und mehr), fahren zu dem empfohlenen Platz und die zweite Mulmigkeit stellt sich ein: Er liegt direkt vor etlichen bewohnten Häusern. Damit hatten wir nicht gerechnet und fühlen uns nicht wohl dabei, hier zu übernachten. Den 150-m-Abstand können wir hier keinesfalls einhalten (siehe Hinweis zum freien Übernachten in Norwegen auf unserer Übersichtsseite zu dieser Skandinavien-Reise).

Im WOMO-Führer wird der Platz auch nicht als Übernachtungs- sondern als Picknickplatz beschrieben und wir beschließen, die Rückfahrt anzutreten denn es wird der WOMO-Stellplatz 187 direkt am Tunnel zur Übernachtung empfohlen. Also Mutprobe Teil 2 wieder zurück durch den Tunnel und da sehen wir auch sofort den Platz: Rappelvoll mit Baumaschinen und -Fahrzeugen, da am Tunnel gearbeitet wird. Ist wohl nicht unser Tag heute! Auf der ganzen Anfahrtstrecke haben wir keinen geeigneten Übernachtungsplatz gesehen und würden höchst ungern einen der vielen Plätze direkt an der vielbefahrenen E 6 nutzen. Aber zum Glück hat der WOMO-Führer noch einen weiteren Übernachtungstipp ...

... an der Kirche von Sopnes, WOMO-Führer-Stellplatz 186. Hier gesellen wir uns zu einem bereits vorhandenen niederländischen Wohnmobil, erfreuen uns am Anblick und Rauschen des Wasserfalls und verbringen doch noch eine ruhige Nacht.

02.07.2011 Sopnes - Saltnes - Gletscher Øksfjordjøkulen 19 km

Am 16. Tag unseres Aufenthalts in Nord-Norwegen überqueren wir die Grenze von der Provinz (Fylke) Finnmark nach Troms. Wir sind uns einig: Es war wunderschön und wir hätten noch länger bleiben sollen. Vor allem die Varanger-Halbinsel mit dem Kongsfjordfjell und dem kleinen Fischerort Berlevag an der Barentssee wird uns als besonderer Höhepunkt in Erinnerung bleiben. Aber auch die Tage in Grense Jakobselv, die Übernachtung im Ifjordfjell - von Rentieren umgeben -, die schönen Tage am Porsangerfjord, das Museum in Skoganvarre und eher als Albtraum die Mückenplage bei Karasjok. Wir würden gerne mal wieder kommen, wenn die Anreise nicht so lang und langweilig wäre. Aber vielleicht kommen wir mal mit einem Hurtigschiff oder zum Nordlicht gucken im Winter mit dem Flugzeug.

Heute beschränken wir uns auf eine Mini-Etappe und folgen dem WOMO-Führer zum Wander-Parkplatz 185 am Gletscher Øksfjordjøkulen. Durch das einzelne Wohnhaus am Platz lassen wir uns diesmal nicht von einem Tagesaufenthalt mit anschließender Übernachtung abhalten.

Kurz nach unserer Ankunft verziehen sich sowohl über uns als auch auf der anderen Seite des schmalen Fjords die Wolken und wir starten unsere Wanderung. Man kann zwischen einer Tagestour bis direkt an der Gletscher und einer ca. 1 1/2stündigen bis zu einem Aussichtspunkt wählen. Auf jeden Fall sollte man feste und möglichst auch wasserdichte Schuhe anziehen, ...

... denn über die Felsen, Abhänge und Bäche ...

... führen keine Stege. Über viele Bäche musst Du gehn ...

... willst Du von ganz nah den Gletscher sehn! Etwa 10 Bäche haben wir überquert, bis wir an einem breiten Felsstreifen dem Gletscher merklich näher gekommen sind. Überall Sonne - nur der Gletscher muss sich mit wenigen Lichtblicken begnügen. An dem Geröllfeld treten Menschen und Hund den Rückweg an und hören plötzlich ein Rauschen wie bei starken Sturmböen. Die Birken zwischen denen wir uns gerade befinden bewegen sich aber nur im schwachen Wind, was war das?

Einen Moment später gibt eine Lücke zwischen den Bäumen den Blick zum Gletscher frei und wir sehen noch die "Staubwolke" über dem unteren Teil des Gletschers - da hat es gerade eine "Kalbung" gegeben.

Erstaunt und erfreut sind wir darüber, dass uns bei dieser Wanderung und auf dem Parkplatz keine Mücken belästigen - die albtraumhafte Erfahrung von Karasjok haben wir noch nicht vergessen. Liegt es vielleicht am Fettkraut, den fleischfressenden Pflanzen die hier überall auf und am Weg wachsen und an dessen klebrigen Blättern man die Hüllen aufgelöster Insekten sehen kann?

Auch am Nachmittag liegen die Gebäude und der Wanderparkplatz in der Sonne, den Gletscher kann aber kaum mal ein Sonnenstrahl erreichen.

03.07.2011 Gletscher Øksfjordjøkulen - Olderdalen - Svensby - Tromsö - Camping Skittenelv 240 km + 2 Fährpassagen

Eigentlich wollten wir vor der Weiterreise in die Region Tromsö noch auf der Ostseite der Lyngenalpen bleiben und deren Anblick genießen, zumal der WOMO-Führer einige verlockende Empfehlungen für Rast- und Übernachtungsplätze enthält. Aber weder die Wetterlage noch die Wetterprognose auf www.yr.no lassen kurzfristig auf einen freien Blick auf die bis über 1.800 m hohen Gipfel hoffen. So beschließen wir, die "Route 10" des Buches bei Olderdalen zu verlassen und den kürzesten Weg nach Tromsö zu wählen, dort soll es laut Wettervorhersage heute nachmittag sonnig sein!

Hier ist es ab dem Start niederschlagsfrei aber tiefhängende Wolken lassen keine Fotomotive bei der Fahrt auf der E 6 nach Süden erkennen.

So beschränken wir uns bei der Fotoauswahl auf diese Plakatwand: Bukta - ein Rockfestival vom Feinsten in Tromsö ist in dieser Großstadt ja keine Überraschung. Ein dreitägiges Festival in Lakselv (2.500 Einwohner) mitten in der Finnmark mit den guten alten STATUS Quo als Topact hätten wir allerdings nicht erwartet. Bei letzterem allerdings auch nicht die Kosten: 1.800 NOK für das Festivalticket.

Nach 146 km ab dem letzten Übernachtungsplatz am Gletscher erreichen wir zeitgleich mit der Fähre den Anleger in Olderdalen. Gegenverkehr runter, wir drauf und schon geht es los mit der Fähre von Olderdalen nach Lyngseidet.

Die Kosten: Wohnmobil bis 6 m incl. Fahrer 119 NOK, Erwachsener 40 NOK (Umrechnungskurse siehe unsere Seite Zollvorschriften, Preise, Tanken).

Egal ob der Blick nach hinten/Osten auf Olderdalen ...

... nach Norden Richtung Nordmeer ...

... oder vor-/westwärts nach Lyngseidet zu den Lyngenalpen geht: WOLKEN!

In Lyngseidet setzen wir die Fahrt für 22 km selbst auf der Straße fort, dann geht es in Svensby auf die nächste Fähre nach Breivikeidet.

Die Fähre ist größer, die Kosten sind kleiner (Svensby - Breivikeidet Wohnmobil bis 6 m 85 NOK, Erwachsener 31 NOK), die Fahrtdauer kürzer (20 Minuten).

Nur am Ausblick ändert sich nichts, obwohl wir nun die Lyngenalpen hinter uns gelassen haben und Tromsö, dem Ort der Nachmittagssonne, erheblich näher gekommen sind. Nun noch 48 km bis Tromsö fahren ...

... und man glaubt es kaum: Wir stehen in der Sonne! Wir machen Mittagspause auf einem Supermarktparkplatz neben einem Caravan-Händler und sehen die riesige Brücke, die nach Westen ins Zentrum von Tromsö führt. Nur im Norden gibt es noch Wolken - dorthin wollen wir allerdings noch weitere 24 km fahren. Während wir unseren Kaffee trinken bewegt sich plötzlich etwas auf dem Wasser neben uns:

Aus Richtung Süden läuft das Hurtigruten-Schiff Nordlys im Hafen ein. Die kennen wir doch schon aus Berlevag und wenn sie jetzt hier im Hafen ankommt, müssten wir sie an unserem nächsten Übernachtungsplatz nochmal sehen können - wenn denn die klare Sicht bleibt.

Und wie die bleibt! Wir haben den Campingplatz Skittenelv erreicht, der direkt am Grotsundet liegt, durch den Fähren, Frachtschiffe und manchmal auch Kreuzfahrtschiffe zwischen Tromsö und Hammerfest fahren. Den Platz hatten wir überraschenderweise im DCC Campingführer gefunden an dieser "Sackgassenstraße" nördlich von Tromsö, die nicht zu den üblichen Touristenrouten gehört.

Hier geht es zur nächsten Etappe dieser Reise.

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