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Mit dem Wohnmobil in Skandinavien im Sommer 2011 - Teil 7 von 16

Nord-Norwegen: Porsangerfjord - Lakselv - Skoganvarre - Karasjok - Mücken - Leirbotn (Alta)

Die Gesamtübersicht unserer Touren mit den Links zu den einzelnen Teilen des Reiseberichts sowie Karten mit dem Reiseverlauf gibt es HIER!

27.06. bis 30.06.2011 Porsangerfjord - Lakselv - Skoganvarre - Karasjok - UND DIE FLUCHT ZURÜCK! 209 km

Nach der letzten Wettervorhersage, die wir am Samstag vor dem Aufbruch in Store Molvik auf www.yr.no gesehen haben, sollte es ab heute nachmittag regnen. Geplant war deshalb heute eine Übernachtung am Porsangerfjord und für den morgigen Regentag Besuche in den Museen von Skoganvarre und Karasjok.

Als Ziel haben wir den Platz 207 aus dem WOMO-Führer Mit dem Wohnmobil nach Nord-Norwegen wenige Kilometer südlich von Roddines im Navi eingegeben. Aber ca. 1,5 km vorher sehen wir eine große Schotterfläche und einen Weg dorthin und erreichen diesen Traumplatz am Wasser - bei traumhaftem Wetter statt bei Regen! Dank unserer Telenor-Karte haben wir hier wieder einen Internetzugang und sehen die aktuelle Prognose für Lakselv: Regen heute von 19 Uhr bis Mitternacht, am nächsten Tag wieder Sonne und warm!

Von Süden her schieben sich allmählich dunkle Wolken heran und gegen 20 Uhr - wir befinden uns ca. 16 km nördlich von Lakselv - beginnt es leicht zu regnen.

Im Hintergund unseres Übernachtungsplatzes sieht man die Insel Reinøya nördlich von uns im Porsangerfjord, dem längsten Fjord Norwegens (laut Reisehandbuch Skandinavien).

Am nächsten Morgen beim Frühstück und diesem Blick aus dem Fenster ist klar: Campingmöbel auspacken statt Museen besuchen!

Während wir die Sonne genießen erscheint vor uns mit einigem Abstand ein neugieriges Rentier. Kurz danach hören wir ein Knirschen des Schotters hinter uns ...

... und siehe da, nun marschiert es direkt vor dem Campingbus wieder landeinwärts.

Gabys Sammelleidenschaft führt auch wieder zum Erfolg: Heute die winzige Hülle einer Baby-Königskrabbe (?), die großen Teile hatte sie vor einigen Tagen an einer anderen Stelle gefunden.

Am Abend gibt es wieder leichten Regen und am nächsten Morgen wie angekündigt dichte Wolken bei milden 14 Grad. Viel Wolken und nachmittags Regen soll es geben zwischen Lakselv und Karasjok, also nun los in die Museen.

Nach ca. 1,5 km passieren wir den Platz mit Toilettenhäuschen, der mit der Nummer 207 im WOMO-Führer empfohlen wird. Bei Lakselv, wo wir im Supermarkt unsere Vorräte auffüllen, erreichen wir die E 6 und fahren auf ihr in Richtung Karasjok.

Planmäßig machen wir Halt am Porsangermusem in Skoganvarre. Es hat gerade erst zum Saisonbeginn geöffnet und wir sind die ersten Gäste dieses Jahres. Was wir in diesem kleinen Museum erfahren, beeindruckt uns sehr.

Natürlich gibt es Informationen über das Leben der Sami. Einen Schwerpunkt des Museums bildet aber der 2. Weltkrieg. Weshalb gerade hier in diesem menschenleeren Waldgebiet? Man kann es kaum fassen, ...

... aber genau hier lag zeitweise der Sitz der deutschen Heeresleitung im Norden!

Viele Ausstellungsstücke wie ein Exemplar von Hitler´s "Mein Kampf" ...

... und Fotos aus der Besatzungszeit zeugen von dieser schrecklichen Zeit.

Es gibt Informationen über die Besatzung, den Widerstand der Norweger, die Zwangsevakuierung der Einwohner und die Zerstörungen der Orte (Verbrannte Erde) beim Rückzug der Deutschen durch Ausstellungsstücke, Bilder und Originaldokumente. Dadurch erfahren wir auch von einem riesigen Feldlazarett, das hier in der Nähe von den Deutschen errichtet wurde und dessen Überreste ebensfalls besichtigt werden können.

So fahren wir etwa 2 km südlich des Museums auf den Parkplatz an der E 6, ...

... überqueren auf einer Hängebrücke ...

... den breiten Lakselv ...

... und stehen vor den Ruinen "eines der größten während des 2. Weltkriegs errichteten Feldkrankenhäuser".

Unterschiedliche Ausstattungsgegenstände ...

... wie Bettgestelle rosten vor sich hin. Ein 600 m langer Weg führt an 15 gekennzeichneten Stellen vorbei, die vor dem Verschwinden in der wuchernden Vegetation geschützt werden.

Wir können nur jedem raten, der auf der E6 zwischen Karasjok und Lakselv unterwegs ist, etwas Zeit für den Museumsbesuch (sofern es geöffnet hat) und die Lazarett-Ruine einzuplanen.

Nach der in dieser Form überraschenden Konfrontation mit der norwegisch-deutschen Geschichte ist uns nicht danach, ...

... das wohl eher touristisch-folkloristische Freilichtmuseum in Karasjok zu besichtigen. So fahren wir weiter

... von Karasjok 11 km nach Westen in Richtung Kautokeino. Hier gibt es den Kultur-Lehrpfad Assebakti mit Picknickplatz und Toilette am rauschenden Fluss etwas abseits der Straße. Ein toller Platz für die Übernachtung, Fernsehempfang und Mobiler Internetzugang funktionieren, super!

Bei trübem Himmel und schwülwarmen 23 Grad machen wir uns auf den Weg zum nächsten Bildungsspaziergang. Aber zunächst finden wir auf dem Lehrpfad nur Info-Tafeln in Norwegisch zu Eichhörnchen und Ebereschen, Vielfraß und Blaubeeren und weiteren Tieren und Pflanzen.

Nach etwa 30 Minuten ein winziger Steinhaufen, der uns ohne die Hinweistafel nie und nimmer als archäologischer Beweis früherer samischer Besiedlung aufgefallen wäre. Als Nächstes soll es Überreste von Torfhütten zu sehen geben, die früher den Sami als Wohngebäude dienten, ...

... wenn man diesen Fluss durchwatet. Wir haben aber keine rechte Lust auf ein Fußbad oder einen Balanceakt auf den Steinen, zumal dunkle Wolken baldigen Regen befürchten lassen. Außerdem werden wir zum ersten Mal seit der Übernachtung in Aavasaksa/ Finnland von unzähligen Mücken umschwirrt, die sich auch von unserem Autan kaum abschrecken lassen. So treten wir den Rückzug an ...

... und erreichen mit den ersten Regentropfen (siehe die Flecken auf der Scheibe) unseren Super-Übernachtungsplatz, wo unser schwedischer Wohnmobil-Nachbar gerade sein Essen zubereitet. Seinen drolligen Kopfschmuck trägt er aber nicht als Regenschutz sondern natürlich wegen der Mückenschwärme.

Na ja, denken wir, warum muss er auch draußen das Abendessen zubereiten? Wir werden dazu unseren Herd im WOMO nutzen, dann müssen wir nur beim abendlichen Hundespaziergang nochmal kurz die Mücken überstehen. So denken wir nach der Rückkehr in unseren Campingbus - und erschlagen die beiden ersten Mücken, die wohl mit uns eingestiegen sind.

Es ist ja verständlich, dass die Viecher bei dem zunehmenden Regen auch ein Dach über dem Kopf haben möchten - aber nicht bei uns! "Doch, wir wollen zu Euch und wir wollen Euer Blut" - denken sich die Viecher. Es ist uns unbegreiflich, wie sie es schaffen in so großer Zahl in unser Fahrzeug zu kommen, aber sie schaffen es. Die Mückengitter in den Fenstern sind dicht genug, die Lüftungsklappen haben wir geschlossen, aber innerhalb von ca. 45 Minuten erschlagen wir 15 bis 20 Mücken und der Andrang nimmt keine Ende. Wenn wir das auf die Nacht hochrechnen ...

Um 18 Uhr fällt die Entscheidung: Wir fahren zurück zu unserem mückenfreien Traumplatz der beiden letzten Nächte. Auf der sehr guten E 6 erreichen wir schnell Lakselv und nach 103 km stehen wir wieder dort, wo wir am Morgen gestartet sind.

Der äußerste Norden bleibt wolkenfrei und so dürfen wir uns auch noch an der Mitternachtssonne erfreuen, bevor wir in einen mückenfreien Tiefschlaf fallen.

30.06.2011 Porsangerfjord - Leirbotn am Alta-Fjord 172 km

Auf der E 6 überqueren wir die Fjell-Landschaft in Richtung Westen. Der WOMO-Führer beschreibt ausführlich die Strecken nach Hammerfest und zum Nordkapp, wir wollen jedoch heute nach Westen in die Nähe von Alta. Am Nordkapp müssen wohl Hunderte von Wohnmobilen und Wohnwagen stehen, wenn man deren Anteil am Verkehr hier auf diesem Streckenabschnitt zugrundelegt.

Der Verkehr ist zwar nicht so dicht, wie man bei dem vorstehenden Foto meinen könnte. An einer Baustelle hat sich die Kolonne gesammelt, die man auf dem Bild sieht. Uns und das Wohnwagengespann hinter uns mitgezählt standen 8 Campingfahrzeuge und 4 "normale" PKW an der Baustelle, bevor es weiterging. Wir haben zwar keine statistische Erhebung gemacht, der Anteil erscheint uns aber durchaus repräsentativ.

Der Anteil verringert sich schlagartig als wir etwa 20 km vor Alta von der E 6 nach rechts in Richtung Leirbotn abbiegen. Nach knapp 7 km biegen wir an der Kirche von Leirbotn nach links ab und finden nach weiteren 2 km auf einer Anhöhe einen Schotterplatz an der Straße, die nach einem kurzen Stück an zwei winzigen Dörfern endet. Während unseres Aufenthalts bis zum nächsten Morgen sehen und hören wir nur ganz selten ein Fahrzeug, Wohnmobile sind hier nicht dabei trotz der Nähe zur Nordkapp-Route.

Von unserem Aussichtspunkt über dem Alta-Fjord blicken wir im Nordwesten auf Årøya und beobachten die kleine Fähre, die zwischen dem Festland und der Insel pendelt.

Unter uns im Süden eins der beiden winzigen Dörfer am Ende der Straße, hinter dem Höhenzug das nächste Ziel unserer Reise: Alta.

Mehr zu den Felszeichnungen und dem Museum von Alta sowie dem Gletscher Øksfjordjøkulen im

nächsten Teil dieses Reiseberichtes.

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