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Nordnorwegen/ Finnisch-Lappland: Mit dem Wohnmobil vom Tanafjord durch das nördlichste Dorf Finnlands in die Finnmarksvidda

Teil 14 von 23: Reise mit dem Wohnmobil durch Skandinavien 16.06. - 21.09.2018

Nach sieben fast nur sonnigen Wochen zeigt sich der Himmel jetzt überwiegend grau. Nach einigen Tagen am Tanafjord besuchen wir das nördlichste Dorf Finnlands und der EU. In Nuorgam und dem Gemeindezentrum Utsjoki werden wir von Geschichte und Kultur überrascht. Dann geht es auf der norwegischen Seite der Grenze am Karasjohka flussaufwärts in die Finnmarksvidda.


01./02.08. (Berlevag - Batsfjord) - Nesseby 212 km

Wir flüchten vor dem angekündigten Sturm von der Nord- an die Südküste der Varanger-Halbinsel.


In Nesseby gibt es einen kleinen Fischerhafen und einen Sportboothafen.


Bei totaler Windstille - der Ruhe vor dem Sturm - spiegeln sich die Boote im Wasser.


In Südlanglage blühen und gedeihen die Weidenröschen großflächig.


02. bis 06.08. Nesseby - Vardö - Tanafjord 146 km

Wir fahren noch etwas weiter nach Osten zum Einkaufen nach Vadsø und finden hier zwei Wohnmobil-Stellplätze direkt nebeneinander. Ein gebührenpflichtiger mit Stromversorgung befindet sich vor dem Vadsø Fjord-Hotel. Eine Etage tiefer darf man auf einem neu angelegten Platz kostenlos maximal 24 Stunden bleiben und die ebenfalls kostenlose V+E-Anlage nutzen. Beide liegen auf der Insel Vadsøya direkt neben der Brücke.

Vadsø ist die Hauptstadt der Fylke (entsprechend einem Bundesland) Finnmark, obwohl sie ganz im Osten der Region liegt und mit 6.101 Einwohnern nur die viertgrößte Kommune der Finnmark ist. Mehr Einwohner haben Alta mit über 20.000 sowie Hammerfest und Sør-Varanger mit jeweils über 10.000 (Wikipedia deutsch).


Der Wetterumschwung mit einem Temperatursturz von 30 auf 15 Grad, dunklen Wolken und gelegentlichem Regen kommt genau wie angekündigt. Folgen den sieben sonnigen jetzt die sieben grauen Wochen? Wir freuen uns jedenfalls erst mal über die Abkühlung.Die nächsten Tage werden wir am Tanafjord auf dem "Campingplatz" Kaldbakknes Friluftsområde verbringen.


Zunächst gibt es allerdings noch eine kurze spannende Pistenfahrt. Die 4,9 km zur Friluftsområde mit vielen Schlaglöchern sind schon nichts für jedes Womo. Wir biegen aber etwa 2 km vor dem Ziel links ab auf eine "Nebenstrecke". Die führt laut Google Maps über einen Felsrücken auf die andere Seite an den Fjord. Mit einem phantastischen Ausblick in Richtung Nordkinn-Halbinsel auf die dramatisch-dunklen Wolken werden wir belohnt.



Wir raten aber davon ab, unseren Versuch nachzumachen. Beim Weg abwärts wird die Piste echt übel und dann: Da stehen doch tatsächlich zwei Wohnmobile auf Freistehers Traumplatz! Aber der Überraschung folgt die Enttäuschung mit dem Schild "Private - No Camping". Also rumpeln wir wieder bergauf, genießen vom Pass noch den Blick auf den Tana und die Felsenberge auf beiden Seiten des Tals und fahren zu unserem Ziel.


Hier als Zusammenschnitt ein kurzes Roadmovie dieser Pistenfahrt.



Die Kaldbakknes Friluftsområde ist ein kostenloser "Campingplatz" mit Müllentsorgung und einer Trockentoilette. Bei unserer Ankunft stehen hier fünf unbewohnte Wohnwagen, im Laufe des Wochenendes tauchen vereinzelt Menschen an den Wohnwagen und weitere Wohnmobile auf.



Ebbe und Flut wechseln sich ab, gelegentlich schaut eine Robbe aus dem Wasser (nicht fotografiert).




Die massenhaft vor unserer Haustür wachsenden Blaubeeren müssen natürlich geerntet und verzehrt werden.




06./07.08. Tanafjord (Norwegen) - Nuorgam (Finnland) 71 km

Nach fast vier Tagen mit dichter Bewölkung zeigt die Lithiumbatterie Montagmorgen noch 52 % Ladung, wir sind von der Leistung hocherfreut.


Es geht weiter mit einen kurzen Ausflug in den nördlichsten Winkel Finnlands mit überraschend viel Kultur! Wir fahren talaufwärts, überqueren den Tanafluss bei Tana Bru und die Grenze zu Finnland bei Nuorgam. Direkt an der Grenze weist ein kleines "Denkmal" auf den Superlativ dieses Dorfes hin. Es ist das nördlichste Dorf Finnlands und damit der EU.



Nuorgam hat ca. 250 Einwohner, 2 Baumärkte, 2 Supermärkte und einen Alko-Laden! Auf dem Foto des Parkplatzes erkennt man 12 Autokennzeichen: 1 x Finnland, 1 x Deutschland (unser Blauer Löwe), 10 x Norwegen!

Egal um welche Produkte es geht, die Preise in Finnland sind wesentlich niedriger als in Norwegen. Hier der Preisvergleich für Wein:

Die billigste 3-l-Box Wein kostet hier im Alko "nur" 28,98 Euro, im norwegischen Vinmonopolet ca. 40 Euro, die billigsten 0,75-l-Flaschen hier 6,98 Euro, in Norwegen ca. 9,40 Euro.


Einige Kilometer flussaufwärts und finden wir einen schönen Übernachtungsplatz mit blühender Heide vor der Tür für 5 Euro auf einem Privatgrundstück.


Hier rauschen nicht die Wellen sondern die Stromschnellen von Alaköngäs.


Wegen dieser Stromschnellen gibt es eine ca. 5 km lange "Museumsstraße". Eine Museumsstraße?


Der Tana bzw. in finnisch Teno ist Teil einer uralten Handelsroute zwischen der Ostsee und der Barentssee. Das älteste dazu existierende Dokument ist von 1598!


Einen Engpass bildeten diese Stromschnellen, denn sie konnten natürlich nicht mit Booten befahren werden. Waren und Menschen mussten auf dem Landweg um die Stromschnellen transportiert werden.


Der alte Pfad wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf drei Meter Breite ausgebaut und konnte so von Pferdegespannen genutzt werden. Ende der 40er Jahre wurde sogar ein Kraftfahrzeug für den Transport angeschafft. Nur für diese kurze Strecke, denn es gab keine anderen Straßen weit und breit! Erst 1967 wurde die 43 km lange Straße von Utsjoki nach Nuorgam fertiggestellt. Seit 1983 wird diese alte Piste von der finnischen Region Lappland als Museumsstraße instand gehalten.


07./08.08. Nuorgam (Finnland) - Utsjoki (Finnland) - Karasjok (Norwegen) - Karasjohka 235 km

Wenige Kilometer hinter Nuorgam in Richtung Utsjoki entdecken wir einen Sámi-Bauernhof von 1886, der bis Anfang der 70er Jahre bewohnt und bewirtschaftet wurde. Es gibt dazu ausführliche Informationen über das Leben der Sámi als Fischer und Landwirte und über die Lachs-Fischerei im Teno.





43 Kilometer südwestlich von Nuorgam liegt Utsjoki, mit 642 Einwohnern das Zentrum der Großgemeinde. Der zweitgrößte Ortsteil Karigasniemi befindet sich 102 km südwestlich von Utsjoki und hat 315 Einwohner. Insgesamt hat die Gemeinde 1.241 Einwohner auf einer Fläche von 5.372 qkm, ergibt eine Bevölkerungs"dichte" von 0,23 Einwohner/qkm (Zum Vergleich unsere Heimatstadt Bad Salzuflen: 53.746 Einwohner auf 100,05 qkm = 537 Einwohner/qkm).

Ca. 70 % der Einwohner von Utsjoki sind Sámi, damit ist es die einzige Gemeinde Finnlands mit einer sámistämmigen Mehrheit der Bevölkerung.

Die Kirche von Utsjoki liegt ca. 5 km südlich des Dorfes, umgeben von etlichen Kirchhütten. Unter anderem dienten sie als Unterkunft für Gottesdienstbesucher, die von weit her anreisten.

Ausführliche Informationen über den Ort, die Kirche und die Kirchhütten gibt es auf Wikipedia in deutsch.




Das Kirchengesangbuch in samischer Sprache







Kein Viehstall, sondern das ständig bewohnte Haus einer Familie!



Dienstagmittag überqueren wir bei Utsjoki die Grenze nach Norwegen und fahren am Karasjohka auf der E 6 flussaufwärts. Manchmal rauscht der breite Fluss in wilden Stromschnellen dahin ...,


... mal liegt er still wie ein See mit großen Sandbänken wie hier am Ortsrand von Karasjok. Hier gibt es einen riesigen Park- und Picknickplatz mit Strand.


Je höher man auf die Finnmarksvidda kommt, um so schmaler und wilder wird der Fluss.


Dienstagabend wird uns mal wieder ein schöner Abendhimmel geboten, die Wolken ziehen nach Norden ab.



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