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Mit dem Wohnmobil in Skandinavien im Sommer 2011 - Teil 14 von 16

Wälder, wilde Flüsse und Fjellgebiete im Norden Schwedens

Die Gesamtübersicht unserer Touren mit den Links zu den einzelnen Teilen des Reiseberichts sowie Karten mit dem Reiseverlauf gibt es HIER!

24.07.2011 Lappland: Dundret-Fjell - Jokkmokk - Trollforsen 209 km

Seit wir vor einigen Tagen von Nordwesten aus Richtung Narvik nach Schweden eingereist sind gab es keinen Regen. Am Tag unserer Abreise vom Dundret-Fjell bei Gällivare werden wir gelegentlich von leichtem Regen begleitet und das bleibt auch an den beiden Folgetagen so. Ausgerechnet in diesen Tagen haben wir etwa 200 km Piste geplant und wenn die Regenmengen auch gering sind so hinterlassen sie doch ihre Wirkung auf die Fahrzeugfarbe, wie ein Foto weiter unten zeigt.

Als Ziel des Tages haben wir die Trollforsen-Wasserfälle gewählt und die letzten 16 km ab der E 45 führen über eine gut befahrbare Piste, die von einem dünnen Schlammfilm überzogen ist.

Aber das nehmen wir gerne auf uns, wenn am Ende solch ein Traumplatz unterhalb der Wasserfälle auf uns wartet, der "Campingplatz-Tipp 106, zuletzt unbewirtschaftet" aus dem WOMO-Führer Mit dem Wohnmobil nach Nord-Schweden. Unbewirtschaftet und somit kostenlos ist er in der Tat und etwa 10 Caravangespanne und Wohnmobile verteilen sich auf einer riesigen Fläche.

25.07.2011 Trollforsen - Arvidsjaur - Sorsele - Juktan 228 km

Wir wollen weiter nach Süden und schnurren über die E 45 bis Sorsele. Der WOMO-Führer beschreibt eine Strecke von Arvidsjaur bis zur E6 nach Norden und auf einer südlichen Route "zurück" bis Storuman. Wir fahren stattdessen auf der E 45 bis Storuman und folgen ab hier nach rechts der Beschilderung in Richtung Tärnaby. Bevor wir die E 12 und damit wieder die Routenbeschreibung des WOMO-Führers erreichen wollen wir irgendwo in der Wildnis ein oder zwei Nächte verbringen.

Nach einigen erfolglosen Abstechern nehmen wir hinter einer Brücke vor Åbacka eine Piste nach rechts in Richtung Vindelfjällens Naturreservat und Viktoriakyrkan. Nach 21 km passieren wir einen winzigen Ort mit einigen Häusern und erreichen nach weiteren 6 km die Grenze des Naturreservats. Genau davor finden wir einige hundert Meter abseits der Piste ...

... einen kleinen Parkplatz direkt am Fluss Juktan ...

... unterhalb dieser Stromschnellen. Ein Platz nur für uns in solch einer Traumlage und weder Fahrzeug noch Mensch sehen wir während unseres Aufenthalts. Wie hat sich doch seit dem Trollforsen die Vegetation verändert: Solch einen dichten Urwald wie hier haben wir auf dem Weg von Norden noch nicht gesehen.

26.07.2011 Juktan - Överst-Juktan - Viktoriakapellet - Dikanäs - Litsjöforsen 199 km

Einerseits reizt es uns, hier noch einen Tag zu bleiben. Andererseits lockt uns die weitere Piste ins Naturreservat. So fahren wir zunächst bis ans Ende des Weges in der Mitte des Sees "Över-Juktan" und stellen enttäuscht fest, dass man von dem großen Parkplatz aus keinen freien Blick in die Landschaft hat.

So fahren wir 6 km zurück zu den beiden Parkplätzen, an denen die Viktoriakyrkan ausgeschildert war - einer der Plätze durch schwedische Wohnwagen mit Vorzelt belegt.

Die Kirche liegt auf der anderen Seite des Flusses ...

... den wir auf einer schaukelnden Hängebrücke überqueren.

Und hier steht sie dann - weit ab von einer Ortschaft mit einem kleinen Friedhof in der Nähe:

Die verschlossene Kapelle mit diesem Informationsschild.

So richtig lohnend war dieser Ausflug nicht und wir überlegen, ob wir zu unserem Logenplatz der letzten Nacht zurückkehren sollen. Aber da wir nun schon mal unterwegs sind beschließen wir, die Reise fortzusetzen zum nächsten wilden Fluss. Erstmal warten ja noch 56 km schmierige Piste auf uns bis zur Teerstraße, die wir gestern verlassen haben. Auf dieser geht es dann rasch weiter bis auf die E 12.

Die verlassen wir aber nach wenigen Kilometern bei Slussfors in Richtung Dikanäs. Diese laut Atlas "gelbe Straße = Hauptstraße" erweist sich bis Dikanäs als üble Schlaglochpiste - die schlechteste Straße seit wir Schweden erreicht haben und nur mit der 98 über das Ifordfjell in Nord-Norwegen zu vergleichen. In Dikanäs treffen wir dann zum Glück auf eine neue und gute Fahrbahn und erreichen so unser Tagesziel, ...

... den Litsjöforsen bzw. den WOMO-Führer Stellplatz-Nr. 75, der diesen Blick aus dem Campingbus auf die rauschenden Wassermassen bietet. Rauschende Wassermassen in Form eines Hochdruckreinigers wünschen wir uns auch ...

... für unseren "Blauen", der sich auf ca. 200 km Schlammpisten in den letzten Tagen in einen "Grauen" verwandelt hat. Kräftiger Regen würde auch etwas helfen, aber nun beginnen wieder einige sonnige Tage und Hochdruckreiniger gibt es in dieser weitgehend unbewohnten Gegend auch nicht.

27.07.2011 Von Lappland nach Jämtland, derVildmarksvägen: Litsjöforsen - Trappstegsforsen - Stekenjokk - Jetnemsälv (1) 82 km

Wir fahren jetzt auf der Touristenstraße "Vildmarksvägen". Schon nach ca. 13 km am nächsten Morgen der erste Halt am Trappstegsforsen, "dem ´schönsten Wasserfall Schwedens´, wo das Wasser des Kultsjöån auf breiter Front wie über unzählige Treppenstufen den Hang hinunter rauscht" (WOMO-Führer). Nach mehreren wilden Flüssen und viel Wald freuen wir uns wieder auf die kargen Fjellregionen. Rasch geht es aufwärts ...

und bei Stekenjokk erreichen wir die karge Landschaft. Hier überqueren wir die Grenze von Lappland bzw. Västerbotten nach Jämtland. Wir fahren bis zum WOMO-Führer Stellplatz-Nr. 72 am Jetnemsälv. Der beschriebene Platz steht voller PKW, fast alle mit norwegischen Kennzeichen. Von hier starten viele Wanderer zu mehrtägigen Exkursionen mit Zelt und Verpflegung in den norwegischen Børgefjell-Nationalpark, der wenige Kilometer entfernt beginnt.

Vom Platz blickt man in den Fluss, ...

... der vom 1.513 m hohen Jetnamsklumpen, einem Berg im norwegischen Børgefjell-Nationalpark herunterrauscht. Wir verbingen den Rest des Tages und die Nacht auf einer kleinen Schotterfläche oberhalb der Straße, da es uns unten zu eng und zu schief ist.

Am nächsten Tag verlassen wir aber unseren Ausguck denn wir haben Bedenken, ob man hier direkt neben einer mit dem "Roten Kreuz" gekennzeichneten Hütte stehen darf. Ist diese Fläche vielleicht als Hubschrauber-Landeplatz für Notfälle gedacht? Kennzeichen dafür gibt es nicht aber die Sache ist uns nicht ganz geheuer.

Zuvor machen wir noch einige Aufnahmen von den Lemmingen (?), die hier massenweise umherlaufen. Wenn man sich nähert machen sie kaum ernsthafte Fluchversuche. Dieser "Strauch" ist jedenfalls als Versteck nicht geeignet.

Wenn man sich nähert kreischen sie und bei einem Abstand von ca. 10 cm gehen sie zum Angriff - in dem Fall auf meinen Schuh - über. Haben sie hier keine natürlichen Feinde? Wir sehen keinen Fuchs oder andere Säugetiere die ihnen gefährlich werden könnten und während des gesamten Aufenthalts nur einmal kurz einen kleinen Greifvogel. Massenweise laufen sie auf der Straße und dem Parkplatz umher und wären eine leichte Beute. Der einzige Feind scheint das Auto zu sein, denn viele Leichen liegen auf der Fahrbahn.

Nach einer Wanderung an den wilden Jetnemsälv fahren wir weiter, aber es wird die kürzeste Etappe dieser Reise. Diese Landschaft bei solch phantastischer Fernsicht verlassen wäre ja Wahnsinn, zumal das Wetter noch besser wird!

28.07.2011 Jetnemsälv (2) 4 km

Schon nach 4 km bleiben wir für die nächste Nacht auf einem Parkplatz neben der Straße. Nachts gibt es praktisch keinen Verkehr, sie dient nur in den Sommermonaten den Urlaubern, ansonsten ist sie von Mitte Oktober bis Anfang Juni gesperrt. Zwischen 20 Uhr und 21 Uhr zählen wir 5 Fahrzeuge, Tendenz abnehmend. Aus den Weiten des Fjells droht auch keine Ruhestörung und so erforschen wir die Umgebung. Wenn man meint einen Trampelpfad gefunden zu haben stellt man kurz darauf fest, dass kein Weg mehr erkennbar ist.

Die Beobachtung der wenigen Wanderer zeigt: Jeder geht drauf los, wie es ihm gefällt. Nur Teiche und sumpfige Stellen muss man umgehen, ansonsten immer der Nase nach aufs Ziel zu.

29.07.2011 Jetnemsälv - Ankarede 42 km

Die Entfernungsangabe dieser Etappe zeigt: Wir haben uns in dieser Region "festgebissen" und werden sie nicht so bald verlassen!

Nach wenigen Kilometern südwärts und Höhenmetern abwärts hat uns die Baumzone wieder. Die Wolken verziehen sich rasch wieder ...

... und so verbringen wir bei überwiegend strahlendem Sonnenschein einen Tag in Ankarede, das wir dank der Wohnmobil-Stellplatz-Empfehlung-Nr. 68 im WOMO-Führer als Tagesziel gewählt haben. Dort wo die Caravangespanne stehen gibt es 6 Stromanschlüsse, die Plätze davor kosten 150 SEK/Tag, zahlbar im Café. Ansonsten ist der Parkplatz gebührenfrei und etliche Menschen übernachten hier in ihrem PKW. Der Platz dient als Ausgangspunkt für Wanderungen ins Fjellgebiet, viele starten von hier mit Zelt und Verpflegung zu mehrtätige Touren.

Das kann man aber auch anders machen, nämlich mit dem Hubschrauber! (Übrigens - links im Bild das "Service Hus" mit Toiletten, Küche und warmer Dusche; eine 5-SEK-Münze startet sofort die Dusche für ca. 2 Minuten)

Der Hubschrauber landet nicht wie erwartet auf dem Parkplatz (vermutlich weil Schäden durch aufgewirbelte Steinchen vermieden werden sollen) sondern in der Wiese, die durch einen Graben vom Parkplatz getrennt wird. Erwartet haben den Hubschrauber zwei Sami-Frauen, die sich damit zur Angeltour ins Fjell fliegen lassen wollen. Im WINTER haben sie das schon mehrmals gemacht, nun wollen sie im Sommer ihr Glück versuchen. Der VW Golf Kombi ist randvoll gefüllt mit Ausrüstung und Verpflegung. Dazu gehört der helle Sack rechts von Gaby mit Brennholz, den dort oben gibt es ja kein brennbares Material. Alles muss in den Hubschrauber, aber erstmal dorthin gebracht werden.

In einem spontanen internationalen Brückenbauprojekt werden mit niederländischer, deutscher und schwedischer Beteiligung Holzbalken über den Graben gelegt, um den Transport der Ausrüstung zu vereinfachen.

Im Nu ist alles verstaut und los geht es zur viertägigen Angeltour in die menschenleere Wildnis, Petri Heil!

Wir faulen Deutschen machen es uns stattdessen auf der Terrasse unseres Ferienhauses in Ankarede bequem - könnte man beim Anblick dieses Fotos meinen. Nein, es handelt sich hier um das kleine Café in Ankarede ...

... von dem aus man die Kirche dieses alten Sami-Kirch- und Sammlungsplatzes sieht. In der Nähe des Cafés gibt es einige Ferienhäuser, die man mieten kann.

Daneben liegt der Sammlungsplatz der Sami mit den typischen alten Holzhütten, ...

... der auf drei Seiten von Flüssen und Seeen umgeben ist.

Diese Region im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet ist so schön und abwechslungsreich, dass wir noch einige Tage zwischen beiden Ländern pendeln.

Mehr dazu im nächsten Teil unseres Reiseberichtes.

Die Gesamtübersicht unserer Touren mit den Links zu den einzelnen Teilen des Reiseberichts sowie Karten mit dem Reiseverlauf gibt es HIER!

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