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Reisebericht: Mit dem Wohnmobil in Marokko 21.12. 2013 bis 18.02.2014 - Teil 8 von 9

Die Schluchten des Hohen Atlas und der verschneite Mittlere Atlas mit Wintersport und Berberaffen: Dades-Schlucht - Tinerhir - Todra-Schlucht - Ait Hani - Amelago - Goulmima - Midelt - Azrou 08.02. bis 12.02.2014

Durch die Schluchten des Hohen Atlas und über den Mittleren Atlas: Die Fahrten durch die Todra-Schlucht und vor allem durch ihre "Nachbarin" zwischen Ait Hani und Amelago übertreffen alles, was wir jemals an "Schluchten-Fahrten" gemacht haben! Davon überwältigt legen wir einige Ruhetage in Goulmima ein und überqueren dann den Mittleren Atlas nordwärts, wobei uns als Kontrastprogramm Wintersportler, Berberaffen im Schnee, Störche auf dem Dach und blühende Iris in grünen Wiesen geboten werden.

Die Gesamtübersicht mit den Links zu den einzelnen Teilen dieses Reiseberichts gibt es HIER!

08./09.02. Dades-Schlucht - Tinerhir - Todra-Schlucht - Tamtatouchtte/ Camping Les Amis 102 km

Wir verlassen talabwärts die Dades-Schlucht und fahren über Boumalne-de-Dades ...

... nach Tinerhir, wo wir im Supermarkt Chez Michele u.a. unseren Weinvorrat etwas aufstocken. Den besten Überblick über das Verkehrsgeschehen haben hier die Schafe :-)

Ziemlich rumpelig geht es etliche Kilometer von Tinerhir in die Todra-Schlucht, denn die alte schmale Straße wird verbreitert. Die Bauarbeiten verschlechtern erstmal den Straßenzustand und es gibt viele Engstellen, die auch von den Reisebussen passiert werden müssen. Je enger das Tal wird um so kräftiger blühen die Mandelbäume.

Hier sieht alles noch recht "harmlos" aus ...

... aber kurz danach haben wir die engste Stelle der Todra-Schlucht erreicht.

Ausgerechnet hier gibt es Stände der Andenkenhändler, zum Glück für uns zur Zeit ohne Kundschaft. Nicht auszudenken, wenn sich hier eine Busladung Touristen drängelt bei Verkehr in beiden Richtungen.

Zweifellos ist die Fahrt durch die Engstelle eindrucksvoll aber insgesamt begeistert uns landschaftlich die weitere Strecke bis Tamtattouchte und erst recht am nächsten Tag zwischen Ait Hani und Amelago noch mehr. Viele Kilometer windet sich die schmale aber gute Straße sanft ansteigend durch die Schlucht.

Sehr unterschiedliche Felsfärbungen gibt es hier - bitte genau hinschauen, um unseren "roten Bus" auf dem Foto zu erkennen.

Keinesfalls sollte man versuchen die Strecke bei oder nach Regenfällen zu befahren, selbst ein Amphibienfahrzeug hätte bei starker Strömung hier keine Chance!

Am Hotel/ Camping Les Amis ( hier Position Google Maps) am südlichen Ortsrand von Tamtattouchte haben wir uns mit Sylvia und Reiner verabredet, die uns von Rich über Amelago und Ait Hani entgegengekommen sind - die Strecke bis Amelago und von dort nach Goulmima haben wir für den nächsten Tag geplant.

Mohamed begrüßt seine Gäste landestypisch mit einem Tee und verwöhnt uns später mit einem leckeren Abendessen.

Im dezent beleuchteten Restaurant sorgt ein Kamin für angenehme Wärme von außen und eine Suppe für Wärme von innen.

Nach 17 Jahren Arbeit in Deutschland hat Mohamed nicht nur perfekt deutsch gelernt sondern auch gewisse Vorlieben der Mitteleuropäer bzgl. Essen: So gibt es bei ihm - nicht marokkotypisch - Auberginen, mit Käse überbacken!

09. - 12.02. Tamtatouchtte - Ait Hani - Amelago - Goulmima/ Camping Les Tamaris 135 km

Wie geplant fahren wir am nächsten Morgen zunächst weiter talaufwärts in Richtung Ait Hani. Vom engen Tal ist bald nichts mehr zu sehen, ...

... vom Dorf Ait Hani auch kaum. Man muss schon ganz genau hinschauen um die kleinen Häuser in Tarnfarbe von den Felsen zu unterscheiden.

In Ait Hani biegen wir nach Osten in Richtung Amelago ab und sind bald wieder in einem rasch enger werdenden Tal. Hier meint Gaby während ich fahre etwas völlig Unglaubliches gesehen zu haben: Menschen und Tiere ganz oben in der Felswand!

Tatsächlich: Hier bewegen sich Menschen und Ziegen, einige hundert Meter entfernt geht jemand auf einem nicht erkennbaren Weg zügigen Schrittes an der Felswand entlang. Die dunkle Stelle an den Felsen in der Bildmitte deutet auf die Abluft einer Feuerstelle hin.

Einige Kilometer östlich des Ortes Assoul ändert sich der Blick ins Tal drastisch. Ein Seitental mit einem wasserführenden Bach mündet aus den Bergen von Norden in "unser" Tal und schon sehen wir üppiges Grün und blühende Mandelbäume unter uns.

Hätte man die Straße unten durch das Tal geführt und dort Häuser gebaut bestände nach jedem stärkeren Regen die Gefahr vollständiger Zerstörung. Außerdem ist hier jeder Quadratmeter kultivierbarer Boden sehr wertvoll. Also "kleben" sowohl die Dörfer als auch die Straße an den Felsen.

Hoffentlich sind die Felsen unter der Straße stabil!

Richtige "Mandelwälder" gibt es hier im Tal ...

... und einige winzige Dörfer an den Felshängen.

Mal hängt die Straße über dem Abgrund, mal hängt der Abgrund ...

... bzw. hängen die Felsen über der Straße.

Zig Kilometer führt die Strecke durch diese imposanten Schluchten des Hohen Atlas, immer wieder machen wir begeistert Fotos ...

... und die Auswahl für diese Seite fällt mal wieder besonders schwer.

Aus dieser Perspektive beim Blick zurück kaum zu glauben: Dahinten führte die Straße nicht nach links in einen Tunnel sondern durch eine Felsspalte talaufwärts!

Kurz vor Amelago passieren wir die letzte Engstelle ...

... und südlich davon in Richtung Goulmima bietet sich wieder der weite Blick in die Ferne - erstmals seit Ait Hani!

Wie schon vor ca. 4 Wochen haben wir einige Ruhetage in Goulmima geplant. Wir haben uns hier auf Camping Les Tamaris "Chez Michele" (hier Position Google Maps) wieder mit Sylvia und Reiner verabredet, die von Tamtattouchte heute morgen "andersrum" gefahren sind.

Unseren ausführlichen Bericht über "Chez Michele", ihre nette Mitarbeiterin Fatiha, unseren Aufenthalt und das leckere Essen hier im 5. Teil dieses Reiseberichtes.

12.02. - 16.02. Goulmima - Midelt - Michliffen - Azrou/ Camping Amazigh 337 km

Nach über vier Wochen in Stein- und Sandwüste südlich der Gebirge soll heute der Standortwechsel ins "Grüne Marokko" erfolgen. Dazu müssen wir zunächst die östlichen Ausläufer des Hohen Atlas überwinden. Am nur 1.907 m hohen Pass "Tizi-n-Tairhemt" südlich von Midelt liegt kein Schnee aber der Nordrand des Hohen Atlas im Westen sieht doch recht winterlich aus.

An der Südseite des Col du Zad ist kaum Schnee zu sehen und auch im Bereich dieses Passes auf über 2.100 m Höhe zeigen sich schon dunkle Flecken.

Wir biegen rechts ab in Richtung Michliffen - einem der marokkanischen Wintersportgebiete - und schon nach einigen hundert Metern könnten wir an einem Parkplatz Schlitten und Skier mieten.

Allerdings sind nur am unteren Teil des Hanges einige Leute mit Schlitten und Snowboards unterwegs, der Lift ist anscheinend nicht in Betrieb.

Wir fahren noch etwas weiter in Richtung Michliffen, hier im Wald herrscht noch richtige Winterstimung. Kurz danach erreichen wir einen Parkplatz, was für ein Menschenauflauf, schon kommt jemand und will die Parkgebühr kassieren - wir haben Michliffen erreicht. Nein, das wollen wir jetzt nicht näher erforschen. Von anderen Reisenden hören wir später, dass sich hier an den Hängen viele Wintersportler drängelten.

Im Januar 2010 haben wir diese Region selbst schon beim "Wintercamping" kennengelernt, hier unser Bericht "aus dem Tiefschnee", ein ganz besonderes unvergessliches Erlebnis!

Wir fahren zurück zur N 13 und schon an den ersten Verkaufsständen der Fossilien- und Andenkenhändler oberhalb von Azrou warten die Berberaffen auf Futter der Touristen - etliche Marokkaner sind hier und kaufen an den Ständen Erdnüsse für die zutraulichen Tiere. Etwa zwei Kilometer weiter herrscht ein Massenauflauf: Verkaufsstände, Pferde zum Ausreiten im Schnee und handzahme Affen- so haben wir das hier schon vor etlichen Jahren erlebt und fahren ohne anzuhalten daran vorbei.

An drei tiefer gelegenen Stellen jeweils im Abstand von ein bis zwei Kilometer sehen wir weitere Berberaffen an der Straße. Hier hält kaum noch jemand an, die Tiere sind wesentlich scheuer als ihre Verwandten an den Verkaufsständen weiter oben.

Als der weiße Transporter näher kommt flüchtet der Kamerad ins Gebüsch. Leider haben wir kein affentaugliches Futter an Bord um die Tiere anzulocken, unsere zwei Bananen hatte ich zur Freude der fotografierenden Marokkaner schon vorher geopfert.

In dieser Jahreszeit immer besonders toll: Der Wechsel vom Wintersportgebiet Michliffen auf 2.000 m Höhe vorbei an den Affenkolonien zu den Störchen auf den Häusern am Camping Amazigh bei Azrou ( hier Position Google Maps) auf 1.500 m Höhe.

Die blühenden Iris im grünen Gras zeigen: Hier haben wir nördlich der Gebirge das grüne Marokko erreicht.

Nachdem wir uns heute morgen in Goulmima von unseren langjährigen Bekannten Sylvia und Reiner getrennt haben freuen wir uns hier auf das persönliche Kennenlernen der Womo-Nomaden Alois und Yvonne. Erst kurz vor unserer Abreise in den Süden ist der virtuelle Kontakt dank ihres Marokko-Reiseberichtes vom letzten Winter entstanden und nun passt es, dass wir uns hier begegnen - die beiden auf dem Weg nach Süden, wir schon auf dem Weg zurück nach Norden.

Die beiden lassen sich Hassans Spezialität "Forellen" servieren, wir essen eine leckere Hähnchen-Tajine - die auf dem Campingplatz herumlaufenden Hühner und Enten dienen vielleicht als Notfallreserve :-) - und im geräumigen Wohnmobil der "Nomaden" lassen wir uns danach den Wein schmecken beim Austausch unserer Reise-Erfahrungen.

Über Camping Amazigh und den weiteren Reiseverlauf berichten wir hier im nächsten Teil unseres Reiseberichtes.

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Seit unserer ersten Marokkoreise 2003/2004 sind wir treue "Fans" der Marokko-Spezialistin Edith Kohlbach und ihrer Reiseführer. Zur Vorbereitung und unterwegs gehören das Reisehandbuch Marokko und die aktuellste Ausgabe des Campingführers Marokko Mauretanien zu unserer Grundausstattung.

Wer den weitgehend unbekannten Osten Marokkos vom Mittelmeer bis zur Oase Figuig im äußersten Südostzipfel Marokkos und die fast unbewohnten wunderschönen Regionen dazwischen kennenlernen will sollte den speziellen Reiseführer Marokko Oriental von Edith Kohlbach nutzen!

Wer erstmals nach Marokko reist ist gut beraten, sich Hintergrundinformationen über Sitten und Gebräuche dieses islamischen Landes im Buch KulturSchock Marokko von Muriel Brunswig anzulesen.

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