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Routen G 1 und K 1 (gemäß Reisehandbuch): Ouarzazate - Taliouine - Agadir - Sidi Wassay Beach - Tiznit (Teil 1 von 1)

02. bis 04.02.2010

Fahrt von Ouarzazate nach Agadir und weiter über Camping Sidi Wassay Beach nach Tiznit

Erst hat man kein Glück - und dann kommt auch noch Pech dazu ... Mit dem Spruch endete die vorige Seite, weil der zwangsweise Abstecher nach Agadir wegen der gestohlenen Pässe auch noch durch einen Unfall mit einem Mopedfahrer "ergänzt" wurde. Für die Strecke selbst passt der Spruch aber auch ...

... denn über etwa 60 Kilometer nördlich von Taznakht ist die N 10 eine nervige 1 1/2 spurige Teerstraße mit scharfen Teerrändern und relativ viel Gegenverkehr (kein Glück - da bleibt kaum Zeit und Lust, die blühenden Obstbäume zu fotografieren) und dann machen wir noch einen Umweg ( = Pech), weil wir der alten N 10 über Aourouz nördlich vom Oued Sous folgen, statt die kürzere Verbindung nach Taroudant südlich vom Fluss zu nehmen - was wir aber erst später beim Blick in die Karte merken.

Landschaftlich hat uns die Gebirgsüberquerung auf der Strecke vom Draa-Tal nach Ouarzazate viel besser gefallen als diese, was nicht nur an den aufkommenden Wolken und anschließendem Regen lag. Allerdings gibt es auf dieser Strecke viel mehr Felder und blühende Obstbäume ...

... wie auch hier einige Kilometer östlich von Taliouine.

Östlich von Taroudant lässt sich die zweispurige Straße relativ gut befahren und wenn man einen langsamen Kälbertransport vor sich hat, kann man nach dem Schnappschuss rasch überholen.

Westlich von Taroudant wird die Straße dann vierspurig. Das ist bei solchen überbreiten Ladungen auch gut so. Allerdings sollte man dann auch die volle Breite ausnutzen, ...

... damit den Fußgängern die Zweige nicht ins Gesicht klatschen, wie hier geschehen. Wir hoffen, dem Kind ist nichts passiert ( wir haben erst auf den Fotos nachträglich bemerkt, dass es wirklich im Gesicht berührt wurde) - im Gegensatz zu den Schürfwunden im Gesicht und am Arm, die unser Unfallopfer in Agadir davongetragen hat.

Womit wir nun zu unserem Unfallbericht der Kollision mit dem Mopedfahrer kommen:

Da das Honorarkonsulat nur wenige Hundert Meter vom Camping International entfernt ist, wollen wir dort eine Nacht verbringen. Aber: Es stehen schon etliche Wohnmobile auf der Straße vor der Einfahrt - der Platz ist voll. Hinter dem Platz will ich abbiegen, blinke nach links, warte den Gegenverkehr ab und im Anfahren rumst es und ein Mopedfahrer rutscht mit seinem Gefährt vor uns über den Asphalt.

Er wollte links an uns vorbeifahren und ist dabei mit seinem Vorderreifen an unseren geraten. Ich bin mir keiner Schuld bewusst, er sich aber anscheinend auch nicht, als er sich allmählich aufrappelt. Wankend und lallend - so hört sich normalerweise weder arabisch noch tamazigh an - "steht" er vor mir. Inzwischen haben sich mehrere Moped- und ein Autofahrer um uns versammelt. Ich denke nur: "Junge, hau ab - das ist besser für Dich" und frage "Police"?. Mehrere Stimmen rufen fast im Chor: "Non Police, non police!" Nur der Mopedfahrer, den inzwischen nicht nur ich als total besoffen eingestuft habe, scheint das anders zu sehen. Also sage ich: "Okay, Police", steige ins WoMo und rufe an - allerdings erstmal nicht die Polizei (was sollte ich der wohl mit meinen kaum vorhandenen Französischkenntnissen sagen) sondern Thomas Friedrich, der sich zufällig auch in Agadir aufhält, mit der Bitte, uns als Dolmetscher zu Hilfe zu eilen, was er auch dankenswerter Weise sofort tuen will.

Während ich telefoniere, diskutiert Gaby draußen mit etwa einem halben Dutzend Männer. Zum Glück spricht der Autofahrer perfekt Englisch und sie erklärt ihm den Unfallhergang. Der erklärt es wiederum allen anderen und alle glauben uns mehr als dem Besoffenen, der behauptet, wir hätten ihn umgefahren. Letztlich gelingt es den anderen, sein Moped zu starten, ihn irgendwie darauf zu hieven und er wackelt davon wobei uns schleierhaft ist, wie man es schaffen kann, das Gleichgewicht auf dem Moped zu halten wenn man weder gerade stehen noch gehen kann.

Ich rufe sofort wieder Thomas an und gebe Entwarnung. Alle Mopedfahrer verschwinden und der Autofahrer rät uns, das auch schnell zu machen, bevor der Besoffene es sich anders überlegt und zurück kommt.

Apropos Polizei: Am nächsten morgen merken wir bei der Rückfahrt vom Konsulat, dass sich maximal 200 m vom Unfallpunkt entfernt eine Polizeistation befindet. Wie gut, das die nichts mitbekommen haben (oder wollten) und der Besoffene oder einer der Marokkaner die nicht alamiert hat! Das wäre sonst wohl ein längerer Vorgang geworden. Aber genau wegen solcher Vorfälle, die man nie ausschließen kann, freuen wir uns über die Kontakte zu diversen Menschen in Marokko wie Thomas, Lahcen, Moha usw., deren marokkanische Telefonnummern wir gespeichert und aufgeschrieben haben. Im günstigsten Fall sind sie in Nähe, wenn wir mal Hilfe brauchen. Zumindest können sie aber dolmetschen am Telefon, wenn wir mit unseren Sprachkenntnissen in einer kritischen Situation mal nicht weiterkommen.

Wir kommen nun auch räumlich weiter und wollen für die eine Nacht auf den nächstgelegenen Campingplatz nördlich von Agadir. Das ist der offenbar neu eröffnete "Atlantica" (nicht verwechseln mit Atlantik Park) etwa 15 km nördlich der Stadt zwischen Nationalstraße und Atlantik gelegen. Die ca. 500 Plätze sind etwa zur Hälfte belegt. Dies Foto im Abendgrauen bei der Anfahrt soll als abschreckendes Beispiel genügen. Das dies nicht unsere Campingwelt ist weiß jeder, der irgendeinen Reisebericht von uns gelesen bzw. die Fotos betrachtet hat. Aber wir sind ja nicht freiwillig zu unserem Vergnügen hier sondern um am nächsten Morgen unsere Ersatzpapiere in Agadir abzuholen.

Das klappt auch, allerdings verbunden mit einer weiteren Enttäuschung: Die Ersatzausweise gelten nur einen Monat - somit müssen wir spätestens am 03.03. statt wie geplant am 13.03. ausreisen. Nun wollen wir erstmal etwas zur Ruhe kommen und mindestens zwei Tage den Atlantik genießen. Als Ziel haben wir uns den relativ neuen Campingplatz Sidi Wassay Beach ca. 50 km südlich von Agadir ausgesucht in der Hoffnung, dass man sich dort nicht wie in einer Sardinenbüchse fühlt.

Sardinenbüchse, moderne Zeiten oder was? Früher dienten Dromedare als Lasttiere und transportierten Waren durch die Wüste. Heutzutage werden sie selbst transportiert als "Ware" auf einem LKW und müssen sich dabei fühlen wie in einer Sardinenbüchse.

Sardinenbüchse - Teil 3: Aufgrund der terrassierten Anlage kann man zwar auch von den strandferneren Stellplätzen wenn man Glück hat etwas Wasser sehen - womit wir den Vorteil vom Camping Sidi Wassay gegenüber dem Atlantica umfassend beschrieben haben. Nachteilig sind die teilweise schiefen Plätzen, bei denen es selbst mit großen Keilen schwer fällt, den Campingbus waagerecht auszurichten. Als wir gegen Mittag eintreffen, können wir noch zwischen 4 freien Plätzen wählen. Am nächsten Morgen stehen mehr als ein halbes Dutzend Wohnmobile auf dem schiefen Asphaltplatz vor der Einfahrt und warten darauf, das etwas frei wird - sie haben hier mangels Alternative die Nacht verbracht. Wir tuen ein gutes Werk für uns und die anderen und verlassen nach dem Frühstück fluchtartig den Platz und die Atlantikküste ...

... obwohl es hier einen schönen Strand und schöne Wellen gibt. Aber die gibt es auch anderswo zwischen Bretagne und Algarve, wie unsere Reiseberichte zeigen.

Das es während unseres Zwangsaufenthaltes im Großraum Agadir auch noch bewölkt, schwül und gewittrig ist ...

... passt zu allem wie diese "hübsche" Skyline des Dorfes neben dem Campingplatz.

Wenigstens mit einem interessanten Foto soll diese Seite über den Tiefpunkt unserer Reise enden. Eins ist inzwischen klar: Die Reiseroute wird total geändert! Von großen Städten und rappelvollen Campingplätzen haben wir die Nase voll und werden zurück fahren Richtung Osten - nie wieder marokkanische Atlantikküste in dieser Jahreszeit!

Falls Sie über eine Suchmaschine oder einen externen Link direkt auf diese Seite gekommen sind: Hier gibt es den vollständigen Reisebericht "Überwintern in Marokko 2009/2010".

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