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Route D2/H1 (gemäß Reisehandbuch): Azrou - Col du Zad - Midelt - Er-Rachidia - Oulad Chaker (Teil 1 von 1)

10. bis 15.01.2010

Vom Campingplatz im verschneiten Kirschengarten zum Camping unter Palmen -

Camping Tissirt im Ziz-Tal zwischen Er-Rachidia und Erfoud

Nach drei Tagen mit richtigem Winterwetter starten wir von Azrou in Richtung Süden, um wieder in die Wärme zu kommen. Davor liegen allerdings noch der Mittlere Atlas mit dem über 2.100 m hohen Pass "Col du Zad" und die Ausläufer des Hohen Atlas mit einem über 1.900 m hohen Pass. Die Straße ist zwar geräumt, aber von Norden kommen dichte Wolken mit neuem Schnee. Also nichts wie weg durch den verschneiten Winterwald.

Wir sehen im Rückspiegel die dunklen Wolken mit Neuschnee, haben aber mit einem anderen Problem zu kämpfen: Schneeverwehungen auf den freien Flächen, gegen die pausenlos Räumfahrzeuge ankämpfen.

Die Schneedecke scheint hier auf ca. 2.000 m Höhe aber etwas dünner zu sein als in Azrou und Ifrane an der Nordseite des Mittleren Atlas.

Auch in dieser Höhe gibt es winzige Dörfer mit einer Moschee.

Wenige Kilometer vor Erreichen des Passes - 64 km nach Verlassen des Campingplatzes in Azrou - wird die Fahrt doch etwas rutschig. Zum Glück bleibt der Mercedes vor uns nicht hängen - und wir auch nicht. Hier an der Steigung wieder anfahren mit Sommerreifen wäre wohl ein schwieriges Unterfangen.

20 km und weiter und ca. 600 Höhenmeter niedriger in der Ebene bei Midelt ist von Schnee nichts mehr zu sehen. Dabei liegt Midelt etwa 200 m höher als Azrou - aber auf der Südseite des Gebirges.

Reisewarnung Midelt: Am 07.01. halten wir hier kurz, um Lebensmittel einzukaufen. Gaby ist seit etwa 2 Minuten im Geschäft verschwunden, als ein Mineralien- und Fossilienverkäufer an die Scheibe klopft - die erste derartige Belästigung seit wir am 14.12. in Marokko eingereist sind. Auf dem Rückweg von Azrou schaffe ich es nicht nach dem Anhalten den Bürgersteig zu einem kleinen Geschäft zu überqueren ohne entsprechende Ansprache. Als ich danach auf der anderen Straßenseite zum Geldautomaten gehe, kommen erstmals seit unsere Einreise zwei Kinder - gut angezogen, keine armen Gestalten von den Einödhöfen im Gebirge! - mit dem altbekannten Ruf "Bonjour, Monsieur - Dirham". Einer bleibt einige Meter neben mir am Geldautomaten stehen und nachdem ich meine Scheine gezogen habe ruft er mehrmals Dirham, Dirham. Es ist unser 28. Tag in Marokko und sowas passiert uns zum ersten Mal seit der Einreise. Es ist NICHT typisch für Marokko, sondern für einige touristisch verseuchte Regionen. Da lassen sich diese Unsitten offenbar nur schwer wieder ausrotten und erst recht nicht, wenn Touristen sie durch ihr Verhalten fördern! Wir werden solche Orte wenn möglich meiden und auf unsere No-Go und No-Stop-Liste setzen.

Auch die Auffahrt zum nächsten Pass zeigt, dass hier am Ostrand des Hohen Atlas nur wenig Schnee angekommen ist.

Nachdem wir den Pass auf völlig schneefreier Straße überwunden haben, machen wir bei Rich eine kurze Pause ...

... und werfen einen letzten Blick auf die verschneiten Berge hinter der engen Schlucht des Ziz-Tales. Das war ja bisher schon wieder eine sehr abwechslungsreiche Tagesetappe.

Aber das Ziel ist noch nicht erreicht. Zunächst geht es durch das enge Tal des Ziz ...

... vorbei am Stausee nördlich von Er-Rachidia. Diese moderne Großstadt durchqueren wir zügig - wir haben sie noch für eine ausführliche Besichtigung auf dem Reiseplan - mehr dazu auf der nächsten Seite. 16 Kilometer nach dem Ortsausgang von Er-Rachidia lassen wir rechts den für seine Lage berühmten und die aufdringlichen Händler und Kinder berüchtigten Campingplatz "Source Bleu de Meski" liegen, denn wir wollen uns in den nächsten Tagen sowohl auf dem Platz als auch außerhalb unbelästigt bewegen.

Wir vertrauen deshalb der entsprechenden Empfehlung im Reisehandbuch von Edith Kohlbach: Unser Ziel für die nächsten Tage und Nächte liegt in diesem grünen Tal direkt in den Palmengärten ...

... ca. 27 km südlich vom Ortsausgang Er-Rachidia entfernt und 44 km nördlich von Erfoud (also ca. 11 km südlich von "Source Bleu de Meski):

Eineinhalb Kilometer nach der Aussichtsplattform über dem Ziz-Tal liegt Camping Tissirt. Der Eigentümer heisst Lahcen Ahda (Tel. 00212 - 6 62 14 13 78) und unter E-Mail Tissirtziz@yafoo.fr kann man sich vorsichtshalber anmelden, falls man für mehrere Wohnmobile Stellplätze reservieren möchte.

Von der Nationalstraße aus Richtung Er-Rachidia scharf nach rechts abbiegen, ...

... und nach einer Linkskurve fährt man direkt auf den kleinen Campingplatz, den Edith Kohlbach im Reisehandbuch ganz zu recht als Oase der Ruhe empfohlen hat - wieder mal eine Topempfehlung, wie schon der Platz in Azrou.

Gleich hinter der Mauer werden wir mit einem Tee am plätschernden Bewässerungskanal empfangen und bekommen hier des abends eine leckere Mahlzeit serviert. Der Maurer, der hier gerade einen kleinen Anbau verputzt ist dann natürlich verschwunden. Stattdessen gibt es auf der freien Fläche als "traditionelle Heizung" nur für uns ein Lagerfeuer, was natürlich weniger der Wärmeerzeugung als der romantischen Atmosphäre in der Finsternis dient (als Ergänzung zu den Lampen, die es natürlich auch gibt).

Hier sehen wir Youssef Aoujil mit seiner 11monatigen Tochter Hanan. Eine kleiner Teil der Gärten wurde als Campingplatz umfunktioniert. Auch wenn es "dicht gedrängt" aussieht: Zu disem Zeitpunkt sind nur die zwei Wohnmobile auf dem Platz. Wir haben uns nur die beiden sonnigsten Plätze ausgesucht. So kann man ganz ruhig die Oasenatmosphäre ...

... und die je nach Sonnenstand wechselnden Farben der Felswände genießen.

Julie erhält gelegentlich Besuch von Hanan ...

und vom Schmusehund der Besitzer ...

... deren grüner Paradiesgarten direkt hinter unserem Campingbus beginnt.

Ein kleiner Wasserfall führt zu dem tiefer gelegenen Teil des Gartens ...

... in dem einige Laubbäume noch ihr trockenes Herbstlaub tragen - sofern man Mitte Januar noch von "Herbst"laub sprechen kann.

Nur zur Erinnerung: Hier waren wir heute morgen gestartet!

Nach zwei Nächten machen wir uns zum Einkauf talaufwärts auf den Weg und kommen dabei an diesem gelbblühenden Eukalyptusbaum vorbei.

Bei bewölktem Himmel gehen wir zum Lebensquell aller Pflanzen in diesem Tal: Dem Fluss Ziz, der hier noch kräftig sprudelt. Die Vegetation in den Gärten ...

... und am Ufer des Flusses täuscht darüber hinweg, dass es in dieser Region Marokkos fast nie Niederschlag gibt. Auch aus dem vorübergehend bewölkten Himmel wollen keine Tropfen fallen und am nächsten Tag gibt es wieder "blau pur".

Etwa 300 m talaufwärts schräg gegenüber der Schule betreibt dieser junge Mann einen winzigen Laden. Vor allem verkauft er Schulartikel und Süßigkeiten für Kinder. Man kann bei ihm aber auch den landestypischen Kuchen bekommen und Brot bestellen ( "normal" wie im Geschäft oder "traditionell" selbst gebackenes Fladenbrot - letzteres kann man auch auf dem CP bestellen, ist dort aber etwas teurer.) Er spricht relativ gut Englisch. Wir haben uns einige Zeit unterhalten, er hat mir ein Foto geschenkt und ich wollte ihm dieses per E-Mail schicken. Großes Malheur: Ich kann den Zettel mit seinem Namen und seiner E-Mail-Adresse nicht wiederfinden, was mir sehr unangenehm ist. Wenn also jemand zu dem Platz kommt: Bitte den jungen Mann besuchen, ihm die Situation schildern, um seine E-Mail-Adresse bitten und mir schicken.

Falls Sie über eine Suchmaschine oder einen externen Link direkt auf diese Seite gekommen sind: Hier gibt es den vollständigen Reisebericht "Überwintern in Marokko 2009/2010".

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