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26.12.2005

3 Kilometer in 7 Stunden - die überschwemmte Straße und das organisierte Chaos

Ursache des ganzen Problems ist das Unwetter, das am 20.12. auch auf den Kanarischen Inseln gewaltige Zerstörungen hinterlassen hatte. Es ist weiter Richtung Osten gezogen und die Niederschläge haben in einem großen Oued südlich von Akhfenir zwischen Tarfaya und Tan Tan die Straße überflutet und teilweise zerstört. Nach 3tägiger Vollsperrung wurde die einzige Nord- Südverbindung nun wieder freigegeben, das Wasser fließt noch immer kräftig und muss auf einer immer wieder erneuerten provisorischen Furt durchquert werden. Für dieses Problem haben wir natürlich Verständnis.

Allerdings fehlt uns das Verständnis völlig für die Rücksichtslosigkeit und Idiotie, mit der einige Autofahrer immer wieder den totalen Stillstand provozieren und die Unfähigkeit der Polizei, diesen Irrsinn zu unterbinden.

Dazu die folgende Fotodokumentation:

Einige Hundert Meter vor der Abzweigung nach Tarfaya eine kleine Autoschlange. Von hier lässt die Polizei immer wieder einzelne Fahrzeuge auf die Strecke nach Norden. Das kann also wohl nicht lange dauern, denken wir.

Falsch gedacht! Einige Bus- und in deren Gefolge PKW-Fahrer kommen auf die Wahnsinnsidee, an der gesamten Schlange auf der Gegenspur vorbeizufahren. Ganz rechts am Rand sieht man den ersten Bus aus dieser Gruppe der Amokfahrer NEBEN dem LKW auf der richtigen Fahrspur. In der linken Bildhälfte sind die Fahrzeuge aus Richtung Tarfaya zu sehen, die ebenfalls in Richtung Norden wollen. Sie haben sich inzwischen nebeneinander in Dreierreihe aufgestellt, so dass auch kein Fahrzeug mehr von Norden nach Tarfaya abbiegen kann. Wenn man genau hinschaut sieht man in der Bildmitte die "Schnauze" eines LKW, die in Richtung Süden zeigt. Natürlich kommt er nicht weiter, da ja alles dicht ist.

Hier sieht man etwas besser, wie sich der LKW aus Norden und die Busse der Wahnssinnsfahrer aus Süden gegenüberstehen. Die Fahrgäste sind inzwischen ausgestiegen und schauen sich alles an. Es dauert etwa eine Stunde, bis ein Polizist mit ständigem Pfeiffen und Winken geschafft hat, PKWs und Busse wieder nach hinten zu scheuchen und damit die Straße für den Verkehr aus Norden freizumachen - aber es macht es wenigstens konsequenterweise!

Ausgelöst durch die zwei irren Busfahrer wird der völlig überflüssige Stau in Richtung Norden natürlich immer länger. Nach exakt 1 Stunde und 50 Minuten ist der Weg nach Norden frei...

bis wir nach 74 km und 50 Minuten Fahrt um 12:40 Uhr wieder ein Schlangenende erreichen, diesmal 2 km vor dem eigentlichen Hindernis.

Schon geht der Irrsinn wieder los: Immer wieder ziehen Fahrzeuge an der Schlange vorbei. Nach kurzer Zeit versucht ein vernünftiger LKW-Fahrer, dies durch Blockieren der Fahrbahn zu unterbinden. Der Kamerad rechts im Bild muss seinen LKW wieder in der Schlange einfügen.

Der Fahrer dieses Geländewagens lässt sich aber nicht aufhalten und durchbricht die Sperre, weitere Idioten ihm nach. Die Polizei ist weit und breit nicht zu sehen.

Es kommt wie es kommen muss: Einige Fahrzeuge haben die Flussdurchfahrt geschafft und kommen nicht weiter, weil mal wieder alles dicht ist. Hier steht nun ein spanisches Pickup-Wohnmobil im Weg, dessen Fahrer auch Verstand und Nerven verloren hat.

Dank Rückstau geht es nun im Fluss wohl auch nicht mehr weiter und ein Polizist schaut sich das Chaos an, läuft aber schnell wieder zurück.

Gaby ist inzwischen einige Hundert Meter vorgegangen und macht diese Fotos. Im Wasser stehen einzelne Menschen, um die vermutete Fahrbahn zu markieren. Nicht immer wird sie gefunden, der LKW links im Bild lässt sich nicht herausziehen und wird zunächst aufgegeben. Der LKW rechts daneben fährt und auch unser Campingbus wird ca. 1 1/2 Stunden später so in Schräglage sacken.

Nachdem ein Bus der Armee versackt ist, geht über eine Stunde nichts mehr. Erst nachdem es gelungen ist, ihn herauszuziehen und die Soldaten an Land sind, wird versucht, den Schotter unter Wasser wieder gleichmäßiger zu verteilen.

Dieses französische Wohnmobil wurde an Land gezogen, kommt aber aus eigener Kraft wohl nicht mehr weiter.

Dann kommt wieder Bewegung in die Kolonne und es geht los - immer schön an den lebendigen Fahrbahnmarkierungen vorbei.

Plötzlich sacken auch wir nach ca. 10 m im Fluss stark zur Fahrerseite ein. Zum Glück lasse ich wie bei Schnee an einer Steigung den Fuß auf dem Gaspedal und wir erreichen kurz danach das rettende Ufer. 4 Stunden und 40 Minuten nach Erreichen dieser Schlange haben wir die 2 km geschafft. Wären nicht all die Fahrzeuge an uns vorbeigefahren, hätten es wohl 1 bis 2 Std. weniger gedauert.

Falls Sie über eine Suchmaschine oder einen externen Link direkt auf diese Seite gekommen sind: Hier gibt es den vollständigen Reisebericht "Marokko 2005/2006".

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