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Marokko: Anreise - Einreise - Ausreise - Zoll

Die vollständigen Vorschriften und Informationen über alle Einreisewege nach Marokko finden Sie in einem aktuellen Reiseführer. Unsere entsprechenden Empfehlungen stehen am Ende unseres Reiseberichtes Marokko.

Wir wollen hier unsere Erfahrungen möglichst detailliert wiedergeben, um Ihnen die Abwicklung zu erleichtern und überflüssige Ausgaben für selbsternannte Helfer an der Grenze zu ersparen.

Die Anreise:

Wer die mehrtägige Anreise auf Autobahnen verkürzen will, kann stattdessen von Sete in Südfrankreich mit der Fähre nach Nador oder Tanger fahren und sich auf einer erholsamen Schiffstour dem Ziel nähern. Tierfreunden mit Hund kann man die damit verbundene Unterbringung des Vierbeiners in einem Käfig allerdings nicht empfehlen - in die Kabine darf man ihn nämlich unseres Wissens nicht mitnehmen.

Für die Anreise haben wir die Fährverbindung von Almeria nach Melilla (spanische Enklave) gewählt, da wir unsere Rundreise im Osten Marokkos beginnen wollten. Alternativ gibt es für das Ziel Ost-Marokko Fährverbindungen von Almeria nach Nador und von Malaga nach Melilla.

Almeria haben wir als Abfahrthafen gewählt, da wir über die Strecke Lyon / Barcelona angereist sind. Bei Anfahrt über Zentralspanien (Madrid) bietet sich eher Malaga an.

Für Melilla als Zielhafen haben wir uns entschieden, da wir hier am wenigsten Betrieb und somit Stress am Grenzübergang erwartet haben. Marokkaner benutzen höchstwahrscheinlich die Fähre direkt nach Nador (so war es denn auch) mit entsprechenden Wartezeiten dort am Zoll.

Wir kamen spätnachmittags über die gut ausgeschilderte Autobahnabfahrt "Puerto" westlich von Almeria zum Hafengelände und haben dort am Schalter von Trasmediterranea unser Ticket gekauft. Am Schalter lagen die weissen Einreiseformulare, die man am Grenzübergang nach Marokko ausgefüllt abgeben muß. So konnten wir bereits während der Wartezeit die nötigen Daten wie Name, Geburtsort und Reisepass-Nummer eintragen. Ab 20.00 Uhr konnten wir am Schalter unsere "Boarding Card" abholen. Auf einem grossen Parkplatz hinter dem Hafengebäude sammelten sich immer mehr Fahrzeuge. Gegen 23.30 Uhr starten fast gleichzeitig drei Fähren. Etwa eine Stunde vorher wurde ein Tor geöffnet und die Fahrzeuge zu ihrer jeweiligen Fähre geleitet. Die Fähre nach Melilla blieb fast leer! In den Schlafsälen mit Pullmann-Sitzen war kaum jemand. Wir hatten eine Kabine gebucht und waren über die gute Ausstattung mit eigener Toilette und Dusche überrascht.

Nach pünktlicher und problemloser Überfahrt legte die Fähre kurz nach 7.00 Uhr in Melilla an und etwa 5 Minuten später waren wir von Bord. Auf einen Parkstreifen vor dem Hafengelände haben wir dann erstmal gefrühstückt und unseren Hund ausgeführt.

Die Einreise nach Marokko von Mellila

Auf der kurzen Fahrt durch die Stadt zum Grenzübergang kommen uns zahlreiche MarokannerInnen zu Fuß entgegen. Allerdings finden wir erstmal die Zufahrt zum Grenzübergang nicht! Vor der Zufahrt zum Abfertigungsgebäude gibt es auf spanischer Seite einen Kreisel, aber die Ausfahrt zum Grenzgebäude ist abgesperrt. Nach zwei Ehrenrunden durch den rätselhaften Kreisel winkt uns ein hilfsbereiter Mensch eine Ausfahrt vor der eigentlichen Ausfahrt aus dem Kreisel. Wir fahren nach rechts (von der Grenze weg!) hinter einer Gebäudezeile entlang und sehen dort plötzlich ein kleines Hinweisschild, daß auf einer Parallelspur zurück zur Grenze zeigt - hinter dem Kreisel mit der gesperrten Ausfahrt entlang - komische Schikane ?!

An der Grenze geht dann alles ganz schnell: Wir parken rechts vom Abfertigungsgebäude, geben am ersten Schalter unsere ausgefüllten weissen Einreisezettel und Pässe ab, die wir nach kurzer Kontrolle mit dem Stempel für das Einreise - Visum zurückbekommen. Nun muß man am Gebäude entlang marschieren und findet auf der Rückseite den Schalter des Zolls. Hier bekommt man ein DIN A 5 -Formular zum Ausfüllen, mit dem man erstmal ins Auto zurückgehen und es dort in Ruhe ausfüllen sollte, um den "Helfern" draussen zu Entgehen.

Einzutragen sind in der Zollerklärung "Declaration d´importation ...":

PRENOM ET NOM ( Vorname und Familienname)

IMMATRICULATION N° ( Nummer, die am Einreiseschalter in den Paß gestempelt wurde)

MATRICULE ET PAYS ( KFZ-Kennzeichen und Nationalitätskennzeichen)

MARQUE ET TYPE ( Hersteller und Fahrzeugtyp / -name)

CHASSIS N° ( Fahrgestellnummer)

REMORQUE (Zulassungsdatum)

Dann das ausgefüllte Formular unterschreiben (Signature du déclarant) und mit Paß und KFZ-Schein am Zollschalter abgeben und am Fahrzeug warten. Nach einem kurzen Moment kam ein Beamter mit den Papieren zurück, schaute kurz durch die geöffnete Schiebetür ins Wohnmobil und wünschte uns "Bon Voyage". Nach insgesamt ca. 15 Minuten Aufenthalt an der Grenze konnten wir einreisen - ohne Schlange, ohne Hektik!

Leider wurde vom Beamten im Zollformular als Gültigkeitsdatum ( VALABLE JUSQU´AU) der 31.12.2003 eingetragen, ohne uns nach der geplanten Dauer unseres Aufenthaltes zu fragen. Dies führte dann zu einem längeren Aufenthalt bei der Ausreise am 5.1.2004 in Ceuta. Also bei der Rückgabe des Zollformulares auf das Datum achten!

Einreise über Tanger von Algeciras

Für den Westen Marokkos gibt es die Verbindungen von Algeciras über die spanische Enklave Ceuta und direkt von Algeciras nach Tanger. Als Vorteil der Verbindung nach Tanger wird in den Reiseführern genannt, daß die Paßkontrolle / Visaerteilung während der Überfahrt an Bord erfolgt.

Die Zollabfertigung erfolgt im Hafen von Tanger. Dazu wurde uns von anderen Reisenden berichtet, daß dies aufgrund der gleichzeitigen Ankunft von drei Fähren in Tanger zu einer Wartezeit von VIER Stunden geführt hat!

Unsere Ausreise von Marokko nach Ceuta

Montagsnachmittags am 5.1.2004 wollen Unmengen Menschen, überwiegend Marokkaner, nach Ceuta - warum auch immer. Am Ende der Schlange warten bereits die "Helfer" mit den weissen Zetteln für die Ausreise. Wir bleiben aber erstmal im Auto und wollen keine Hilfe. Als wir nach einiger Zeit die Grenzgebäude sehen, geht Gaby zu Fuß los. In der Nähe der Schalter sieht sie einen Mann mit den weissen Zetteln, nimmt ihm zwei ab und kommt damit zurück ins Auto, damit wir sie hier in Ruhe ausfüllen können. Da der weitere Ablauf der Grenzkontrolle nicht erkennbar ist, fahren wir mit der Schlange langsam weiter. Unter einer Überdachung fragt ein Beamter nach dem Ausreisestempel im Paß, den wir aber noch nicht haben. Neben einem flachen Gebäude sollen wir anhalten. Gaby geht mit den Pässen zurück zu einem Schalter, an dem relativ wenige Menschen (überwiegend Europäer) stehen. Eine Kennzeichnung als Schalter für EU-Bürger (wie in den Reiseführern beschrieben) kann sie nicht erkennen. Erstaunlicherweise bekommt sie den Ausreisestempel in BEIDE Pässe - sie hätte also mit meinem Paß auch jeden anderen Mann "ausführen" können.

Nach ca. 1 Stunde ( 59 Minuten Schlange, 1 Minute Paßkontrolle) hätten wir fast Ceuta erreicht, wenn nicht noch die Zollabfertigung wäre. Auch das geht bei allen anderen innerhalb weniger Minuten - nur nicht bei uns! Im Zollformular wurde bei der Einreise ein falsches Datum eingetragen, und nun versucht man telefonisch mit den Kollegen vom Zoll in Nador die Angelegenheit zu klären. Letztlich ist klar, daß es einfach nur ein Fehler des Kollegen gewesen sein kann. Nach ca. 45 Minuten beim Zoll können wir abfahren, ohne daß jemand auch nur einen Blick auf oder gar in unser Fahrzeug geworfen hätte - nur das Datum im Formular war wichtig!

Von Ceuta nach Europa

Dann geht alles Ruckzuck - keine Paßkontrolle bei den Spaniern, Ticket für die nächste Fähre gekauft (Abfahrt in ca. 30 Minuten), vor der Fahrt in den Hafen beschüffelt noch schnell ein Rauschgiftspürhund unser Wohnmobil, 35 Minuten Überfahrt und ca. 30 Minuten nach der Ankunft in Algeciras stehen wir auf dem Campingplatz La Cacita in der Nähe der Autobahn nach Marbella.

Nachtrag vom Juli 2008 zur Mitnahme von Hunden:

Wenn Ihr Hund einen EU Heimtierausweis hat und regelmäßig geimpft ist, reicht dieser Paß für die Ein- und Ausreise. Es wird heute kein Gesundheitszeugnis mehr benötigt.


Allerdings müssen Sie den Titerwert der Tollwutimpfung bestimmen lassen - das muß nur einmal im Leben des Hundes gemacht werden, vorausgesetzt, er wird dann immer regelmäßig geimpft. Von jährlichen Tollwutimpfungen sieht man bereits auch in Deutschland ab - es ist eine Überimpfung und schädlich für den Hund. Zukünftig wird ein Hund nur alle drei Jahre gegen Tollwut geimpft.


Diesen Titerwert stellt Ihr Tierarzt fest. Die Blutprobe wird in einem anerkannten Labor dafür untersucht. Das können Sie nicht erst in Marokko machen. Es gibt auch Hunde, bei denen die Impfung nicht so anschlägt, daß der Titerwert über 0,5 liegt. Obwohl der Impfschutz auch dann gegeben ist, darf er dann nicht reisen. Ich habe Hunde im Rudel, die einen Titerwert von über 11,0 haben, und welche, die den nötigen Wert von 0,5 nicht erreichen - bei gleichen Impfgewohnheiten.


Lassen Sie den Titerwert einmal feststellen, dann haben Sie Ruhe. Sollte er nicht hoch genug sein, würde ich persönlich den Hund auf gar keinen Fall noch einmal impfen lassen - die Ausweise wurden bei uns in 15 Jahren mit mehreren Hunden im Wagen bei 3 Ein- bzw. Ausreisen pro Jahr noch nie angesehen. Ich lege die Hundeausweise sichtbar hin - und wahrscheinlich hat dann keine Lust, darin zu lesen.


Also, gute Reise!


Mit freundlichen Grüßen

Jutta Payne


PAYNE´S REISEN

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